Osteopathie kommt zum Zuge

Die Bischofszeller Physiotherapie-Praxis Blumenwiese hat ihr Angebot erweitert und bei dieser Gelegenheit ihren Namen in «Therapiezentrum» geändert.

Claudia Gerrits
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Das Physiotherapie-Team besteht aus Martin Bouwmeester, Claudia Beeler und Wout Willems. (Bild: Claudia Gerrits)

Das Physiotherapie-Team besteht aus Martin Bouwmeester, Claudia Beeler und Wout Willems. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. «In meiner Arbeit habe ich immer wieder gemerkt, dass ich mit physiotherapeutischen Massnahmen an Grenzen stosse; dass manchmal trotz Therapie die gleichen Beschwerden ständig wiederkehren», erklärt Martin Bouwmeester, der seit 22 Jahren als Physiotherapeut tätig ist. Diese Erfahrungen hätten ihn bewogen, sich mit Osteopathie näher zu befassen.

Das fünf Jahre dauernde berufsbegleitende Studium zum diplomierten Osteopathen hat Bouwmeester in Deutschland an der International Academy of Osteopathy absolviert. Anders als in den USA sei Osteopathie in der Schweiz noch nicht so lange bekannt, legt Martin Bouwmeester dar.

Ganzheitliches Verfahren

Die Grundlagen der Osteopathie schuf vor über 130 Jahren der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still. Sie ist ein ganzheitliches manuelles Therapieverfahren.

«Bei der Osteopathie sieht man, dass die Ursachen der Beschwerden häufig nicht dort liegen, wo die Symptome wahrgenommen werden», erklärt Bouwmeester. Aus Sicht der Osteopathie stehen Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven, innere Organe und alle anderen Gewebe in wechselseitiger Beziehung. Ist die Funktion oder Bewegung durch irgendwelche Ursachen in einem dieser Systeme beeinträchtigt, kann dies zu Beschwerden in anderen Körperregionen führen.

«Osteopathie ist bei verschiedensten Beschwerden wirksam, von Problemen des Bewegungsapparates bis hin zu Verdauungsbeschwerden, und sie beinhaltet auch eine spezielle Behandlung von Säuglingen und Kindern», erklärt Bouwmeester.

Ergänzung zur Physiotherapie

«Osteopathie ist eine Ergänzung zum übrigen Angebot unserer Praxis», betont Bouwmeester. Kollege Wout Willems wird im April einen Kurs in manueller Osteopathie abschliessen.

Bei der manuellen Osteopathie würden ausschliesslich Beschwerden des Bewegungsapparates mit entsprechenden Techniken behandelt, erläutert Bouwmeester. Osteopathie als ganzheitliche Therapie umfasse hingegen auch das cranio-sacrale System (Verbindung Kreuzbein-Schädel) und die inneren Organe (viszerales System). Für Osteopathie sei keine ärztliche Verschreibung nötig.

Grundsätzlich wird Osteopathie über die Zusatzversicherung für Komplementärmedizin vergütet. Es ist jedoch ratsam, vorher bei der Krankenkasse abzuklären, ob sie die Kosten übernimmt.

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