Orchester macht Musik sichtbar

Das Zusammenspiel von Ton und Bild ergab in der evangelischen Kirche Amriswil ein ungewöhnliches Konzert. Mit der «Sinfonie in Bildern» feierte das Emotion wind orchestra Premiere.

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Bei diesem Konzert spielten das Orchester und die Bilder auf der Leinwand zusammen. (Bild: pd)

Bei diesem Konzert spielten das Orchester und die Bilder auf der Leinwand zusammen. (Bild: pd)

AMRISWIL. Am Sonntagabend feierte das Emotion wind orchestra mit seiner Konzertreihe «Sinfonie in Bildern» Premiere in der evangelischen Kirche in Amriswil. Trotz herrlichen Wetters fanden zahlreiche Zuhörer den Weg in die umfunktionierte Kirche. Sie sollten ihren Entscheid nicht bereuen. Fulminant startete das Orchester mit dem Werk «Symphonic Fanfare» von Mark Camphouse. Der Dirigent Helmut Hubov verstand es innert kürzester Zeit und mit wenigen Proben, aus den einzelnen Musikern ein Orchester zu formen.

Geglücktes Solo

Das Highlight des ersten Teiles bildete das «Concerto for Clarinet» mit dem Solisten Benjamin Zwick. Was der junge Klarinettist aus seinem Instrument herauskitzelte, war meisterhaft. Auf ein Fortissimo folgte nahtlos ein Pianissimo, unglaubliche Tonsprünge und eine Fingerfertigkeit, dass so manchem Zuhörer der Mund vor Staunen offen blieb. Kein Wunder, verlangte das Publikum nach dem Werk eine Zugabe, welche Benjamin Zwick gerne spielte. Mit «Aurora Awakes» und «2nd Century» spielte das Emotion wind orchestra zwei weitere Werke der gehobenen Blasmusik-Literatur.

Herr der Ringe in Bild und Musik

Nach der Pause widmete sich das Orchester dem Hauptwerk des Konzertabends, «Symphony No. 1 – The Lord of the Rings» von Johann de Meij. Dieses 1988 uraufgeführte Werk des holländischen Komponisten wurde mit Bildern aus der bedeutendsten Mittelerde-Sammlung von Bernd Greisinger umrahmt. Der Oberegger Fotograf Andreas Butz gestaltete zu den fünf Sätzen eine einmalige Leinwandprojektion, die es so noch nie gegeben hatte. Das fünfsätzige Werk umschreibt die Geschichte von J. R. R. Tolkiens «Der Herr der Ringe». Mutig wie Frodo und seine Gefährten stürzten sich auch die Musiker in dieses anspruchsvolle Werk.

In Amriswil galt es nicht nur Premiere eines neuen Orchesters zu feiern, sondern auch eine kleine Uraufführung dieser Sinfonie. Kenner wissen, dass die Satzreihenfolgen dieser Sinfonie originalgetreu anders wären.

Noch zwei Aufführungen

Das Emotion wind orchestra, ein Projektorchester mit Musikern aus der ganzen Ostschweiz, führt «Sinfonie in Bildern» noch zwei weitere Male auf. Am Samstag, 31. Oktober sind sie um 20 Uhr zu Gast im Widebaumsaal in Widnau und am 8. November um 17 Uhr in der Tonhalle in Wil. Tickets und Informationen unter www.sinfonie-in-bildern.ch. (red.)