Open Air Berg steht auf der Kippe

BERG. Der Besucherandrang am ersten Open Air Berg enttäuschte die Organisatoren. Mit 500 verkauften Eintritten können sie das Budget von rund 150 000 Franken nicht decken. Trotzdem bleiben sie optimistisch für eine zweite Auflage.

Mario Testa
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Beim Konzert von Dada ante Portas herrschte der grösste Andrang vor der Bühne am Open Air Berg. Eng wurde es auf dem grossen Gelände aber nicht. (Bild: Mario Testa)

Beim Konzert von Dada ante Portas herrschte der grösste Andrang vor der Bühne am Open Air Berg. Eng wurde es auf dem grossen Gelände aber nicht. (Bild: Mario Testa)

Das Gelände ist aufgeräumt. Nur ein paar Reifenspuren und Zeltabdrücke zeugen noch vom vergangenen Grossanlass auf dem Maienägger-Areal in Berg. «Wir sind nun seit einer Woche jeden Tag im Einsatz für unser Open Air», sagt Sprecher Manuel Krapf. Von früh morgens bis zum Eindunkeln hat er mit einer Handvoll Kollegen das Konzert- und Campinggelände in den vergangenen vier Tagen wieder abgebaut und aufgeräumt. «Wir haben komplett den Zeitbezug verloren und sind müde, aber jetzt haben wir's geschafft.»

Eine Motivationsspritze für das kleine Veranstalterteam wären mehr Besucher am Open Air gewesen. «Es waren am Freitag rund 200 Personen auf dem Gelände und am Samstag 500. Wir hatten auf mindestens 1200 gehofft», sagt Krapf. «Finanziell wird die Rechnung wohl nicht aufgehen, aber genaue Zahlen haben wir noch nicht.»

Gäste hatten Hunger und Durst

Das Budget für das erste Open Air Berg beläuft sich auf rund 150 000 Franken. Knapp die Hälfte des Geldes waren Gagen für die Bands, der Rest brauchten die Veranstalter für Infrastruktur, Werbung und Verpflegung. «Erfreulicherweise haben die Gäste sehr viel getrunken und gegessen. Weit mehr, als wir es im Vorfeld abgeschätzt hatten – da hat uns das Spätsommerwetter geholfen», sagt Kai Stiger, Präsident des Vereins Music-Events Berg, welcher das Open Air veranstaltet. 4000 Becher Bier und gegen 1000 Pizzastücke und Schnitzelbrote vertilgten die Open-Air-Gänger. Diese Zusatzeinnahmen vermögen das Loch in der Kasse wegen der fehlenden Eintritte aber kaum zu stopfen.

Der Beweis, dass es klappt

Als sehr positiv bewerten Krapf und Stiger die Reaktionen der Bands auf die Organisation. «Wir bekamen fast nur Lob», sagt Manuel Krapf. Einige Bands hätten gesagt, das Open Air funktioniere so tadellos, als sei es bereits die xte Ausgabe – und nicht die Premiere. «Das freut uns sehr. Wir haben bei null und erst noch relativ spät mit der Organisation angefangen, nun aber gezeigt, dass wir es können.»

Auch auf Anfrage unserer Zeitung am Open Air lobten die Musiker das Festival nach ihren Konzerten. «Das Open Air ist sehr gut gemacht», sagt der Sänger von Fools Garden, Peter Freudenthaler, und Pirmin Wirz von Dada ante Portas sagte: «Die Musikanlage ist super und das Open Air sieht sehr gut aus.»

Antwort auf Gretchenfrage offen

Ob es kommendes Jahr eine Fortsetzung des Open Air Berg gibt, lassen Manuel Krapf und Kai Stiger offen. «Wir wissen es noch nicht, müssen nun zuerst über die Bücher.» Einen Entscheid wollen sie aber möglichst bald fällen. «Falls wir weitermachen, wollen wir früher dran sein mit den Bookings und der Organisation als dieses Jahr.»

Kai Stiger Vereinspräsident Music-Events Berg (Bild: MARIO TESTA)

Kai Stiger Vereinspräsident Music-Events Berg (Bild: MARIO TESTA)

Manuel Krapf Leiter Kommunikation Open Air Berg (Bild: MARIO TESTA)

Manuel Krapf Leiter Kommunikation Open Air Berg (Bild: MARIO TESTA)