Ohne Nachfolge handlungsunfähig

BUSSNANG. Der Vorstand der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang schrumpft wegen des Wegzugs von Präsident Norbert Schalk auf nur noch zwei Mitglieder. An der Versammlung am Montag entscheiden die Kirchbürger über die zukünftige Führung.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Präsident Norbert Schalk verlässt die Kirchenvorsteherschaft von Katholisch-Bussnang Ende Mai. (Bild: Mario Testa)

Präsident Norbert Schalk verlässt die Kirchenvorsteherschaft von Katholisch-Bussnang Ende Mai. (Bild: Mario Testa)

Da waren's nur noch zwei. Norbert Schalk, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, zieht um nach Berg und muss den Vorstand daher Ende Mai abgeben. Dora Forny und Ursula Fust sind die beiden verbleibenden Mitglieder der Vorsteherschaft, sie wurden an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung vergangenen Herbst gewählt. «Wenn am Montag an der Versammlung niemand zusätzlich in den Vorstand gewählt wird, wird dieser handlungsunfähig», sagt Schalk.

Leider hätten sich bis heute keine Kandidaten für das Amt gemeldet. «Wir haben mit vielen Personen das Gespräch gesucht, aber ohne Erfolg.» Im März wurden zusätzlich alle Kirchbürger angeschrieben und auch in der Botschaft zur Versammlung vom Montagabend appelliert der Vorstand an seine Leser.

Er habe von einer Person eine Zusage erhalten, als Notnagel für die Vorsteherschaft zu kandidieren. Die Arbeit für die Kirchgemeinde sei nur schon für drei Personen schwer zu stemmen, ohne Präsidium unmöglich – es sollten fünf Personen sein. «Wir wollen auch niemanden ins Amt prügeln, und viele Argumente der Absagenden kann ich auch verstehen», sagt Schalk. «Aber es ist schon enttäuschend für uns.»

Kirchenrat würde verwalten

Gesetzt der Fall, am Montag stellt sich niemand zur Wahl in den Vorstand, verliert dieser die Beschlussfähigkeit. «Dann würde der Katholische Kirchenrat die Kirchgemeinde verwalten, sobald ich wegziehe», erklärt Norbert Schalk. Der Grund für seinen Wegzug ist einfach: Seine Eltern sind aus dem Eigenheim in Berg in eine Wohnung umgezogen und haben das Haus ihrem Sohn zum Kauf angeboten. «Erst im Januar kamen meine Eltern auf mich zu mit diesem Angebot.» Hätte er von diesen Absichten schon früher gewusst, hätte er sich vergangenen Herbst nicht zur Wiederwahl aufgestellt an der ausserordentlichen Versammlung der Kirchgemeinde.

Mit dem Wohnortwechsel entfällt Schalks Zugehörigkeit zu Katholisch Bussnang. «Ich würde anfangs auf alle Fälle noch beratend mithelfen hier in Bussnang und Projekte weiter begleiten. Als kommissarischer Mitarbeiter ohne Wahl und Stimmrecht ginge das vorläufig.»

Überalterung und Desinteresse

Woran das mangelnde Interesse an den Vorstandsämtern liege, könne er nur schwer sagen, sagt Schalk. «Entweder haben wir die Arbeit so gut gemacht, dass alle denken, es läuft von alleine. Oder es liegt an einer immer grösser werdenden Distanz zur Kirche, einem gewissen Desinteresse, wo Leute nicht mehr bereit sind, Milizarbeit auf sich zu nehmen.» Es sei auch eine Überalterung spürbar unter den 385 Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern.

Unabhängig davon, was in der Versammlung am Montagabend geschehe, müsse eine Fusion mit weiteren Kirchgemeinden nun ins Auge gefasst werden – Ideen zur Zusammenführung gebe es im Pastoralraum. «Von unserer Seite aus blicken wir da vor allem auf Wertbühl und Leutmerken. Aber ob die beiden Gemeinden überhaupt einen Zusammenschluss wollen, weiss ich nicht.»

Aktuelle Nachrichten