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«Ohne Bargeld geht es schneller»

In zwei Tagen beginnt das Turnfest Seerugge in Sonterswil. OK-Präsident Patrick Reusser über den guten Zusammenhalt im Dorf, die Vorteile der kleinräumigen Strukturen und notwendige Sicherheitsvorkehrungen.
Martina Eggenberger Lenz
OK-Präsident Patrick Reusser steht in der Hügel-Bar, die den Blick auf das gesamte Festgelände ermöglicht. (Bild: Reto Martin)

OK-Präsident Patrick Reusser steht in der Hügel-Bar, die den Blick auf das gesamte Festgelände ermöglicht. (Bild: Reto Martin)

Herr Reusser, am Freitag geht es los mit dem Turnfest. Können Sie noch schlafen?

Patrick Reusser: Nicht mehr ganz so gut wie zuletzt. Aber schlimm ist es nicht. Das liegt daran, dass wir gut im Zeitplan und alle à jour sind. Wir haben genügend Helfer mobilisieren können und die Einsatzpläne stehen.

Die Hügelbar auch. Auf diese sind Sie besonders stolz, oder?

Reusser: Wir wollen dem Publikum halt einfach etwas Spezielles bieten. Etwas, woran es sich erinnern wird. Von der zweistöckigen Hügelbar aus hat man einen super Überblick übers Gelände.

Der Festplatz sieht auch schon ziemlich fertig aus.

Reusser: Ja, die Zelte stehen seit mehr als zwei Wochen. Das war ja auch notwendig, weil am Wochenende noch die Raiffeisen-GV vor Ort stattgefunden hat. Diese Kooperation ist natürlich gut für uns, weil wir so nicht die gesamten Kosten alleine tragen müssen.

Weil es in Sonterswil nichts ausser einer Turnhalle gibt, müssen Sie für ihr Fest ziemlich viel in die Infrastruktur investieren.

Reusser: Genau. Wir brauchen vier grosse Zelte. Unter anderem eines fürs Geräteturnen, in das wir noch einen Boden verlegen mussten. Weil unsere Möglichkeiten beschränkt sind, bieten wir nicht alle Disziplinen an. Die Ballsportarten lassen wir weg.

Sie machen das reduzierte Angebot und das dörfliche Ambiente gleich zum Slogan und wollen «Back to the roots».

Reusser: Ja. Bös gesagt könnte man uns auch als Wald- und Wiesenturnfest bezeichnen. Aber das Gute ist natürlich, dass die Wege bei uns extrem kurz sind. Alles ist in Laufdistanz. Auch dass unser Angebot eingeschränkt ist, finden wir eigentlich ganz in Ordnung. In den letzten Jahren ist es immer extremer worden, was bei den Turnfesten auf dem Programm stand. Das hat manch einen fast überfordert.

Die Anmeldezahlen geben Ihrem Konzept recht.

Reusser: Auf jeden Fall. Mit den 2700 Anmeldungen sind wir sehr zufrieden.

Wie viele Turner werden vor Ort auf dem Zeltplatz übernachten?

Reusser: Bis jetzt haben sich etwa 1200 zum Übernachten angemeldet. Das ist vergleichsweise wenig und kommt vielleicht daher, dass 90 Prozent der Teilnehmer aus dem Thurgau kommen. Viele, die in der näheren Umgebung wohnen, werden wohl mit dem Velo herfahren.

Und der Rest mit dem Auto. Können Sie das bewältigen?

Reusser: Die Erreichbarkeit mit dem ÖV ist bei uns bekanntlich ein Problem. Wir rechnen damit, dass die Teilnehmer Fahrgemeinschaften bilden und sich organisieren. Es gibt genügend Parkplätze.

Weil Sie genügend Land zur Verfügung gestellt bekommen.

Reusser: Zu unserem grossen Glück haben die Landwirte viel Verständnis oder sie sind mit dem Verein verbunden. Sonst wäre das Ganze nicht realisierbar. Fünf Bauern geben uns ihr Land, natürlich gegen eine entsprechende Entschädigung.

Haben sich die Sympathien für den Verein auch bei der Sponsorensuche bemerkbar gemacht?

Reusser: Die Sponsorensuche war nicht ganz einfach. Aber viele Firmen aus unserer Umgebung unterstützen uns mit Leistungen, zum Beispiel in den Bereichen Bau, Tontechnik und so weiter. Viele Sponsoren stammen aus dem Umfeld unserer Turnerfamilie.

Auf dem Festgelände kann man nicht mit Bargeld bezahlen, nur mit Wertkarten. Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Reusser: Vor allem aus Sicherheitsgründen. So ist nur ein zentrales Bargelddepot nötig. Ausserdem können die Helfer in der Festwirtschaft viel schneller arbeiten.

Aber die Wertkarten sind nicht bei allen beliebt. Haben Sie schon Rückmeldungen?

Reusser: Es stimmt, es gibt immer solche, die lieber mit Bargeld zahlen wollen. Aber unser Wertkartenschalter ist 24 Stunden geöffnet und man kann immer auch zurückwechseln.

Sie haben vorhin die Sicherheit erwähnt. Welche Rolle spielt diese bei einem Turnfest?

Reusser: Zeitweise werden sich bis zu 5000 Personen auf dem Festgelände aufhalten. Da ist die Sicherheit natürlich ein Thema, weil es nicht einfach ist, den Überblick zu behalten. Wir brauchen präventiv eine Security.

Diskutiert worden ist auch darüber, ob das Handynetz zusammenbrechen könnte. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Reusser: Laut Aussagen der Swisscom gering. Wir sind aber vorbereitet und kommunizieren auch per Funk und mit Walkie Talkies. Ehrlich gesagt ist das aber nicht meine grösste Sorge.

Sondern, die wäre?

Reusser: Das Wetter. Bei Nässe verschlechtern sich die Wettkampfbedingungen. Wir hoffen aber natürlich vor allem, dass wir von Unwettern verschont bleiben. Allenfalls müssen wir spontan noch zusätzliche Massnahmen treffen, sollte der Regen den Boden zu stark beanspruchen.

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