OBERAACH: Chrampfer und Büezer

Mit 600 maskierten Besucherinnen und Besuchern war die Turnhalle am Samstagabend prall gefüllt. Die Fasnächtler liessen sich als Maskerade allerhand einfallen. Sogar ein Auto stand auf der Bühne.

Chris Marty
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Nur wer verkleidet oder maskiert ist, bekommt Zutritt zur Halle.

Nur wer verkleidet oder maskiert ist, bekommt Zutritt zur Halle.

Chris Marty

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Der Oberaacher Maskenball ist ein Fall für die Historiker, denn niemand weiss, wie alt er wirklich ist. Schon die Väter hätten ihre Freude daran gehabt, hört man, aber vielleicht waren auch die Grossväter schon erpicht, ob der friedlichen Ausgelassenheit am Maskentreiben. Freilich wissen, was Fakt ist, tut niemand so genau. Am Samstag luden jedenfalls der DTV und der TV Oberaach zum neuerlichen Ball in die Turnhalle. Das Schöne ist, wer sich unmaskiert einfindet, wird höflich gebeten, sich wenigstens Vaters Krawatte umzubinden oder Mutters Beautycase nach Brauchbarem für eine fasnächtliche Schminke zu durchforsten. Meist reicht üppig aufgetragener Lippenstift und ein zu grosses Oberteil, um fasnächtliche Blicke auf sich zu ziehen und die Kassiere vollends zu überzeugen, dass man jetzt auch zur frohen Clique der Fasnächtler gehöre und mit Recht Einlass an den Maskenball begehre.

Dieses Jahr stand der Maskenball unter dem Motto «büeze, chrampfe, schaffe». Was auf den ersten Blick wie Gärtnerinnen aussah, entpuppte sich auf den zweiten als adrette Vogelscheuchen. Auf die Idee gekommen ist Maline Knellwolf (18) aus Hauptwil. «Ich sah Parallelen zum Motto des Abends und erkor deshalb das Sujet zum Objekt», lacht sie. Damit steckte sie auch Flavia Schiess und Ronja Bar­tholdi (beide 19) aus Zihlschlacht an. Ronja hat zum ersten Mal den Weg nach Oberaach gefunden. Angelockt hat sie die weit herum bekannte fröhliche Stimmung.

Nicht speziell herausgeputzt haben sich Lukas Müller (26) aus Sulgen und Stefan Bigler (28) aus Müllheim. Beide kamen als Piloten. «Das ist seit Jahren Standard bei uns», erklärt Lukas. Mit etwas Wehmut ergänzt Stefan: «Wir waren einst eine grosse Pilotenclique, die aber von Jahr zu Jahr kleiner wird. Vielleicht verkleiden wir uns nächstes Jahr als etwas anderes.»

Auch ein Auto fuhr vor

Mächtig ins Zeug gelegt und das Motto wörtlich umgesetzt hat die Garage Stahel aus Oberaach. Corinne Stahel (29) aus Ennetaach sagt: «Für uns war klar, dass wir mitmachen würden. Kurzerhand haben wir unseren Slogan ‹Stahel, so fährt man› in ‹Stahel, so feiert man› umbenannt.» Auch der Chef, Hansjörg Stahel (54) aus Oberaach, tat mit: «Ich bin überredet worden», sagt er mit einem Schmunzeln, «aber als ortsansässiger Betrieb und bei diesem Ballmotto war es eine Ehrensache mitzumachen».

«Die Idee, ein Auto zu bauen, entstand an einer Kreativsitzung der Firma», klärt Jeannette Eugster (32) aus Egnach auf. Das ganze Unternehmen hätte daraufhin am Fahrzeug gebastelt, was nicht ganz ohne Probleme vonstatten ging. «Wir mussten zuerst Mass an den Türen nehmen, damit der fahrbare Untersatz weder zu breit noch zu hoch wurde.» Schliesslich habe das Vehikel um Millimeter durchgepasst und stehe jetzt auf der Bühne, so die Initiantin.

Wenn DJ Mr. Fr@ts, der neben den Guggen für Stimmung sorgte, zünftig in die Regler griff und die Tänzer im Rhythmus mitschwangen, hörte man das Fahrzeug munter mithupen, was dem diesjährigen Ball eine spezielle Note verlieh.

Weitere Bilder

des Abends sind zu finden auf der Plattform www.tgplus.ch.