Nur die Wand anmalen ist tabu

Kreativ sein, einfach drauflosmalen, ohne dass dabei etwas Bestimmtes herauskommen muss: Möglich ist das in Jasmin Hidbers Malatelier.

Brenda Zuckschwerdt
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Tabea malt, Atelierleiterin Jasmin Hidber schaut zu. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Tabea malt, Atelierleiterin Jasmin Hidber schaut zu. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

NEUKIRCH a. D. THUR. Elias geht zwei Schritte zurück, legt den Kopf schief und überlegt, was noch fehlt an seinem Bild von einem Eisknacker. Tabea färbt derweil Strukturfarbe rot ein und malt dann mit der Rolle drauflos. Etwas Bestimmtes im Kopf hat die Neunjährige nicht. Genau das mache für die Kinder den Reiz aus, sagt Jasmin Hidber, die das Kreative Malen bereits für Kinder ab vier Jahren anbietet.

Wände anmalen ist nicht erlaubt

Die Kinder geniessen es, einfach mal draufloszumalen», erzählt Jasmin Hidber. Alles, was sie machen, sei richtig, nichts ist falsch. Nur die Wände anmalen ist tabu. Was die Kinder machen wollen, bestimmen sie selber: Mal wählen sie den Pinsel, dann die Rolle oder einen Schwamm, ein anderes Mal malen sie mit den Fingern, mit Federn, Tusche oder Kohle, dann wieder stempeln sie mit Korkzapfen oder Holz. Oder sie werden beim Formen von Ton kreativ. «Wir schauen einfach, was da ist, und malen dann drauflos», so Jasmin Hidber.

Das Kreative hat ihr gefehlt

Seit drei Jahren hat die Primarlehrerin Jasmin Hidber ihr Atelier hinter dem Haus Neukirch, mit Hühnern vor dem Schopf und einem Ausblick ins Grüne. Hier stimme alles für sie. Nur deshalb nimmt sie den langen Anfahrtsweg von ihrem Wohnort Sargans in Kauf. Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin arbeitete Jasmin Hidber als Lehrerin und Schulleiterin. «Doch das Kreative hat mir gefehlt.»

Also absolvierte sie eine Zusatzausbildung als Maltherapeutin, suchte nach einem geeigneten Atelier und wurde in Neukirch fündig. Sie kündigte ihre Stelle und widmete sich intensiv dem Malen. Derzeit arbeitet die Sarganserin mit einem Teilpensum an einer Heilpädagogischen Schule, bietet daneben in ihrem Malatelier Menschen den Zugang zur eigenen Kreativität.

Auch die Mutter findet es toll

Ob therapeutisches, begleitetes oder kreatives Malen – die Leute sollen den Alltag hinter sich lassen. Das tun auch die kleinen Gäste. «Die beiden kommen jeweils ganz entspannt heim», sagt die Mutter von Tabea und Elias. Auch sie findet dieses Angebot toll in einem so kleinen Dorf. Bei Jasmin Hidber sei einfach alles vorhanden.

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