Nostalgische Klänge von True

«Looking back» heisst das einzige, 1980 erschienene Album der Thurgauer Popgruppe True. Am 1. September gibt die Band ein Konzert in Kreuzlingen.

Urs Oskar Keller
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Bandleader Andreas Rüber mit dem Plattencover von 1980. (Bild: Urs Oskar Keller)

Bandleader Andreas Rüber mit dem Plattencover von 1980. (Bild: Urs Oskar Keller)

ROMANSHORN. Wie kamen die Kreuzlinger Jungs, die sich aus der Pfadi her kannten, damals zu ihrem Namen True? Bandleader Andreas Rüber aus Frauenfeld: «Die vier Anfangsbuchstaben unserer Vornamen – Wolfgang, Andreas, Heinz und Roger – bilden das Wort «wahr», was auf Englisch eben «true» heisst.» Die Urformation der 1968 gegründeten Band besteht aus Andreas Rüber (62, Gesang, Gitarre, Keyboard), Roger Heinz (61, Gitarre), Heinz Lieb (59, Schlagzeug) und Wolfgang Haas (62, Bass). Die Musiker wollen das alte Gefühl wieder erleben, als sie 1969 im Kreuzlinger Schützenhaus hoch über dem Bodensee eines der ersten Open-Air-Konzerte überhaupt gaben. Deshalb geben sie am 1. September im Schützenhaus Fohrenhölzli ein Reunionkonzert.

Hundert Konzerte

Bis zur Auflösung 1976 – aus geographischen Gründen, die Musiker waren zwischen New York, Bern und Frauenfeld verstreut – gab die Band rund hundert Konzerte. Zu den Höhepunkten zählen gemäss Andreas Rüber, die Auftritte im Jugendzentrum Hörnliberg in Kreuzlingen, in der Aula des Schulhauses Loreto in Zug sowie das grosse Konzert 1975 im Jugendstil-Kirchgemeindehaus Liebestrasse in Winterthur. Zu guter Letzt gehörte der Sieg am Ostschweizer Rockfestival 1973 im Casino Frauenfeld zu den Highlights der Thurgauer.

Proben im Sanatorium

Seit gut zehn Jahren treffen sich die vier Musiker jährlich. An einem dieser Treffen entstand die Idee nach einem Reunionkonzert. «Wir suchten länger nach einer Location», sagt Rüber. Nun hat es geklappt. Vor einigen Monaten begannen die ersten Proben. «Es läuft gut, wir hatten die Songs überraschend rasch wieder zusammen.» Die Songs stammen primär aus der Band-Blütezeit von 1970 bis 1974.

Geprobt hat die Band damals im Gymnastikraum neben der Binswangerschen Direktorenvilla im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen. Auf ihrem einzigen Studioalbum gibt es neun englische Titel, ausschliesslich Eigenkompositionen der Bandmitglieder. Es wurde erst im Januar 1980 aufgenommen. Die Lieder, die meisten in Schulenglisch geschrieben, handeln von Liebe, Trennung, Krieg, Einsamkeit, Veränderung und vom Lebensgefühl der 1970er-Hippie-Jahre.

Die für den morgigen Auftritt geprobten Songs «The Rain», «Family Scenes», «Louis' Song», oder «Man At The Station», klingen frischer und vielleicht auch «dreckiger» als bei ihrer Entstehung. Mit Nostalgie hat das nichts zu tun.

Das Konzert morgen Sonntag im Fohrenhölzli beginnt um 16.15 Uhr.