Nina Stieger ist der Frosch 2015

ROMANSHORN. Der Romanshorner «Narreobe» entpuppte sich am Freitag als stimmungsvoller Publikumsmagnet. Bissige Sprüche und die Wahl des Bodensee-Frosches 2015 waren Höhepunkte des Abends.

Christof Lampart
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Oberfrosch Christoph Suter ernennt die Romanshorner Stadtentwicklerin Nina Stieger zum Bodenseefrosch 2015. (Bild: Christof Lampart)

Oberfrosch Christoph Suter ernennt die Romanshorner Stadtentwicklerin Nina Stieger zum Bodenseefrosch 2015. (Bild: Christof Lampart)

Die mit rot-weissen Plastikbändern und Wegweisern geschmückte Kantiaula – das Motto des Abends lautete «Stadtent(ver)wicklung» – ist gut gefüllt. «Wir haben 134 zahlende Gäste», erklärt Michi von den organisierenden «Hafeschnoogä», als die Kasse schon längstens geschlossen hat. Mit dieser Zahl komme man sicher raus.

Doch es zeigt sich auch, dass die Macher knapp kalkulieren müssen, um nicht von den schwarzen Budget- in die roten Rechnungszahlen abzurutschen. Doch eigentlich zählt für Oberfrosch Christoph «Stöff» Suter nur eines: «Wir wollen einen tollen Abend haben.» Den hatte auch die Romanshorner Stadtentwicklerin Nina Stieger: Sie wurde zum Bodensee-Frosch 2015 gekürt.

So viele waren es noch nie

Auch der Präsident des Romishorner Narrenkomitees, Peter Freund, ist, zur vorgerückten Stunde, sehr glücklich: «So viele waren wir noch nie hier. In Romanshorn entsteht langsam eine richtige Fasnachtskultur.» Daran hatte Peter Freund aber auch selbst einen gehörigen Anteil. Denn in seiner Paraderolle als HD Läppli moderierte er humorvoll durch den Abend.

Zum Thema Stadtentwicklung nur so viel: Immerhin habe der Ort ja auch ein «Kolosseum» – nämlich das «Bodan». Und für den Umgang mit dem altehrwürdigen Bau hatte «Läppli» auch schon einen Tip parat: «Reisst alles bis auf den Saal ab; dort drin konnte man so schön Fasnacht feiern.»

Die «Flosschaote» nahmen kein Blatt vor dem Mund. Geri Müller im Nationalen, Hans Peter Heeb im Kommunalen waren beliebte Schnitzelbänke-Sujets. Auch die missglückte Romanshorner Abfallentsorgung musste wiederholt herhalten.

Dem anwesenden Stadtammann David H. Bon wurde von den frechen Mündern mal sein eigenwilliger Kleidungsstil, mal seine Grossstadtphantasien für Romishorn vorgeworfen.

Für gute Stimmung sorgte ein Auftritt der Amriswiler Glöggli-Clique, die Hits wie «Ti amo» und «Hey Jude» spielte. Und beim finalen «Ich war noch niemals in New York» kam Gänsehautgefühl auf. Witzig auch Peter Freunds Conchita-Wurst-Parodie.

Politisch unkorrekt

Und die FCR-Sänger setzen in Sachen Bissigkeit noch einen drauf. Vergleichen – gewollt politisch unkorrekt – Sepp Blatter mit André Schlatter, stellen konsterniert fest, dass das Swingerschiff auf dem Bodensee bald Geschichte ist, und atmen auf, dass der Kelch des Frühfranzösisch bald an ihren Kindern vorbei geht. Dafür wurde – von welcher Seite ist nicht mehr zu eruieren – auch ein weiterer Vorschlag unterbreitet: «Sardinie würde mir gärn übernäh – dafür die Welsche wiitergäh.»

Auch der grosse Nachbarkanton bekam etwas zu hören: Man könne es doch, um die Zuwanderung nach Helvetien zu stoppen, wie früher machen: «Baut die Mauer im Süden auf!»

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