«Niemand hat so etwas gewünscht»

ARBON. 1162 Unterzeichner der Petition «Weg mit dem Pseudo-Kreisel» fordern dessen Rückbau. Dies, weil er unübersichtlich, gefährlich und unnötig sei. Die Bittschrift ist gestern im Stadthaus übergeben worden. Stadtammann Andreas Balg sagt vage: «Wir bleiben flexibel.»

Max Eichenberger
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Stadtammann Andreas Balg und Stadtschreiberin Andrea Schnyder (Mitte) nehmen flankiert von den Petitionären die Unterschriften entgegen: Pascal Ackermann, Daniel Giger; Monika Strauss, Guido Krucker (verdeckt), Andrea Vonlanthen, Reto Gmür, Heinz Gygax (v.l.). (Bild: Max Eichenberger)

Stadtammann Andreas Balg und Stadtschreiberin Andrea Schnyder (Mitte) nehmen flankiert von den Petitionären die Unterschriften entgegen: Pascal Ackermann, Daniel Giger; Monika Strauss, Guido Krucker (verdeckt), Andrea Vonlanthen, Reto Gmür, Heinz Gygax (v.l.). (Bild: Max Eichenberger)

In Leuchtwesten überbrachten Komiteemitglieder das Paket mit den 1162 Unterschriften Stadtschreiberin Andrea Schnyder. Aus Arbon selber hätten exakt 1000 Bürger die Petition unterschrieben, sagte SVP-Fraktionspräsident Andrea Vonlanthen bei der Übergabe der Petitionsbögen. Männer und Frauen halten sich dabei die Waage. Sechs von zehn Unterzeichnern sind über 50jährig.

«Provoziert Missverständnisse»

Die von der Stadt umgesetzte neue Kreuzungsgestaltung beim Rosasco beschwöre «brandgefährliche Verkehrssituationen» herauf. Deshalb verlangen die Petitionäre den Rückbau des von ihnen so genannten «Pseudo-Kreisels». Ermuntert worden seien sie auch von Anstössern, eine Petition mit dieser Forderung zu lancieren. Ein Augenschein und diverse Gespräche hätten die Verunsicherung vieler Verkehrsteilnehmer ganz klar bestätigt.

«Niemand hat so etwas gewünscht», doppelt Heinz Gygax nach. Zumal die unnötigen Verkehrsinstallationen Geld gekostet hätten, das Arbon nicht hat. Es hätte sinnvollere und sicherere Varianten der Verkehrsführung mit demselben Ziel gegeben, die Städtli-Durchfahrt weniger attraktiv zu machen: indem man etwa die Kurve Bahnhof-/St. Gallerstrasse priorisiere. Der jetzige Kreisel weise «gravierende Mängel» auf: Er sei zu klein und unübersichtlich, von Unkundigen kaum erkennbar und provoziere geradezu Missverständnisse, etwa bei Abbiegesituationen. Für Velofahrer würde es zudem gefährlich eng. Laut Monika Strauss komme es wegen der weggefallenen Einspurstrecken öfters zu Staus. Hätte eine Verkehrskommission die Pläne begutachtet, wäre Gygax zufolge die heute anstosserregende Lösung kaum umgesetzt worden.

Balg: «Bleiben flexibel»

Das Stimmungsbild nahm Stadtammann Andreas Balg so entgegen. Er betonte aber, dass dies an der Bahnhofstrasse nicht die endgültige Lösung sein werde. Man beobachte die verkehrliche Situation vor dem Hintergrund weiterer Entwicklungen beim Metropol und beim Jumbo. Im Takt mit diesen absehbaren Entwicklungen «bleiben wir flexibel» – entsprechend seien die Einbauten «auch leicht veränderbar». Messungen würden fortgeführt, ebenso die verkehrstechnische Überprüfung. Ziel sei letztlich, möglichst viel Verkehr auf die neue Kantonsstrasse (NLK) zu bringen. Dies erfordere allenfalls weitere Markierungen. Für den Frühsommer kündigt Balg weitere Informationsblöcke an, so zur Verkehrsführung und Begegnungszone in der Altstadt sowie zur Spange-Süd.

Komitee harrt der Antwort

Vonlanthen stimmen erfolgreich lancierte Petitionen der Vergangenheit, wie die für den Erhalt der Kastanienallee, Tempo 30 im Bergli und jüngst den Spielplatz Frasnacht, zuversichtlich: «Die Bundesversammlung pflegt jede Petition zu behandeln und schriftlich zu beantworten. Diese Erwartung richtet sich auch an den Arboner Stadtrat.»

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