Nicht nur im stillen Kämmerlein üben

Seit fünf Jahren gibt es die Jugendmusik AachThurLand. Jugendliche werden für drei Musikvereine im Ensemblespiel gefördert. Sie gewannen kürzlich beim Ostschweizer Solo- und Ensemble-Wettbewerb den dritten Platz.

Rudolf Käser
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Stefan Roth leitet und fördert den musikalischen Nachwuchs. (Bild: Rudolf Käser)

Stefan Roth leitet und fördert den musikalischen Nachwuchs. (Bild: Rudolf Käser)

KRADOLF. Vor fünf Jahren haben sich Vertreter des Musikvereins Kradolf-Schönenberg, der Musikgesellschaft Sulgen und der Brassband Erlen an einen Tisch gesetzt. «Die drei Vereine stellten fest, dass sie einzeln zu kleine Gruppen an Nachwuchsmusikern haben und entschlossen sich deshalb für eine gemeinsame Jugendmusik», erzählt die Jugendmusik-Präsidentin Seraina Hild.

Ziel Integration im Verein

Die Bilanz nach fünf Jahren darf sich sehen lassen. So errang die Jugendmusik AachtThurLand kürzlich an ihrem ersten Konzert beim Ostschweizer Solo- und Ensemble-Wettbewerb (OSE) in Sirnach den dritten Platz. Ziel aber sei nicht in erster Linie, dass die Jugendmusik ihre Ausrichtung auf Wettbewerbe richte. «Wir wollen die Jugendlichen in der Jugendmusik auf ihre Integration in den Stammvereinen vorbereiten», erklärt Seraina Hild.

Neben der Grundausbildung, welche die Jugendlichen in ihren Stammvereinen parallel zur Jugendmusik durchführen, würden jedes Jahr Probenwochenenden durchgeführt. Wenn die Jugendmusiker, derzeit sind es 22, sich entschlossen haben, in der Jugendmusik mitzumachen, hätten sie Pflichten zu erfüllen. Es obliege ihnen, zu Hause soviel, wie das erforderlich sei, zu üben.

Zudem werde bei öffentlichen Anlässen ein Auftreten im Jugendmusik-T-Shirt, mit dunklen Hosen, Schuhen und Socken erwartet.

Geleitet und gefördert werden die Jugendlichen durch den Dirigenten Stefan Roth, der viel Erfahrung mit der Jugendmusik Kreuzlingen sammelte. Aktuell leitet er auch den Musikverein Kradolf-Schönenberg. Seraina Hild betrachtet ihn als Glücksfall. «Er fordert die Jugendlichen zwar, pflegt mit ihnen aber einen einfühlsamen Umgang.

» Und die Präsidentin sieht noch einen anderen Vorteil. «Für die Jugendlichen ist es wesentlich angenehmer, zusammen mit anderen Jugendlichen zu üben, als zu Hause allein im stillen Kämmerlein zu spielen.»

Erste Probe fiel ins Wasser

Der Start für die Jugendmusik vor fünf Jahren sei problemlos gelungen, wenn man einmal von der Panne bei der allerersten Probe absehe.

Wegen eines zeitlichen Missverständnisses sei nämlich die erste Probe ins Wasser gefallen, lacht Seraina Hild.

Auch seitens der Vereine scheint man zur Idee Jugendmusik zu stehen. Zwar stellt im Moment die Brassband Erlen wegen fehlender Jugendlichen keine Teilnehmer. Doch das werde sich bald ändern. Die anderen beiden Vereine äussern sich nach wie vor begeistert.

Tobias Tschopp, Vorstandsmitglied beim Musikverein Kradolf-Schönenberg, urteilt: «Wir haben das Projekt von Beginn an begrüsst.» Daniel Wintsch von der Musikgesellschaft Sulgen sieht das genauso. «Parallel mit dem Mitmachen in der Jugendmusik können unsere Jugendlichen zweimal im Jahr an den Proben der Aktiven teilnehmen. Damit können sie den Verein kennenlernen.»

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