Nicht mehr alles möglich

Felix Züst kandidiert als Präsident für die Volksschulgemeinde Bischofszell. Er sieht die sich verändernde Situation im Schulwesen auch als Herausforderung, die es anzunehmen gilt.

Drucken
Teilen
Felix Züst (Bild: Nana Do Carmo)

Felix Züst (Bild: Nana Do Carmo)

Was werden die sinkenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren für Auswirkungen und Folgen für die Volksschulgemeinde Bischofszell haben?

Felix Züst: Sinkende Schülerzahlen heisst, weniger Geld seitens des Kantons. Wir werden nicht darum herumkommen, weitere Klassen zusammenzulegen oder aufzuheben. Altersdurchmischtes Lernen wird an weiteren Schulstandorten zum Thema werden. Innerhalb der Volksschulgemeinde müssen zeitliche und personelle Ressourcen genutzt werden. In Zukunft muss noch klarer zwischen Wünschenswertem, Nötigem und Machbarem unterschieden werden. Bei schwindenden Finanzen ist nicht mehr alles möglich!

Welche Massnahmen würden Sie als Schulpräsident treffen, um den Schaden gering zu halten?

Züst: Ich würde nicht von Schaden sprechen, sondern von einer veränderten Situation. Die Behörde muss aufgrund der vorhandenen Schülerzahlen eine überlegte Personalentwicklung verfolgen. Es ist absehbar, dass wir in der VSG Bischofszell weitere Lehrerstellen streichen müssen. Standorte von Schulen müssen sich neu ausrichten. Sie sollen nicht nur nach räumlichen Möglichkeiten beurteilt, sondern als Gesamtes begutachtet werden. Solange die VSG auf gesunden finanziellen Beinen steht, ist es durchaus denkbar, Engpässe dank Eigenkapital zu umschiffen.

Ein zentrales Problem für die Schule sind die sich auflösenden familiären Strukturen. Wie kann die Schule dieser Entwicklung entgegenwirken bzw. gerecht werden?

Züst: Schulleitungen und Lehrpersonen ist es nicht möglich, das Problem alleine aufzufangen. Das ist auch nicht die primäre Aufgabe der Volksschule! Im neuen Volksschulgesetz sind Rechte und Pflichten für alle Seiten geregelt. Mit organisatorischen Anpassungen wie Hausaufgabenhilfe, Blockzeiten, Lernraum usw. versucht die Schule schon jetzt zusätzliche Strukturen anzubieten.

Die Schulgemeinde muss mit den politischen Gemeinden zusammenarbeiten. Soziale und kantonale Dienste, die Jugend- und Elternberatung sowie private Anbieter können zur Beruhigung beitragen.

Was sind weitere Herausforderungen für die Volksschulgemeinde Bischofszell?

Züst: Mit den Umsetzungen der Vorgaben des Kantons haben wir schon viele Aufgaben zu erfüllen. Frühenglisch, Blockzeiten, Durchlässige Sekundarstufe und die Integration werden uns beschäftigen.

Die bestehende Volksschul-Behörde hat in ihrer strategischen Planung viele Herausforderungen formuliert. Aufgrund dieser Vorgaben müssen künftig Prioritäten gesetzt werden. Die Volksschulgemeinde soll weiter zusammenwachsen.

Vieles an der Schule ist vom Kanton vorgegeben. Wo sehen Sie für die Schulbehörde dennoch Handlungsspielraum?

Züst: Wir sollten den Spielraum nutzen, um unsere Schule stärker auf Gemeindeebene zu verankern und den Bedürfnissen entsprechend pädagogisch weiter zu entwickeln. Um dies zu erreichen, sind diverse Gruppen bereits seit dem Zusammenschluss zur Volksschulgemeinde an der Arbeit.

Interview: Urs Bänziger

Aktuelle Nachrichten