Nicht automatisch fähig

AMRISWIL. Serie «Landfrauen aus der Region kochen»: Monika Roth führt den Haushalt, arbeitet im Betrieb mit, bedient Kunden am Bankschalter und ist jederzeit für ihre drei Kinder da. Die Räuchlisbergerin ist eine moderne Landfrau, die gerne lacht.

Hannelore Bruderer
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Monika Roth hat viel mit Obst zu tun. Sie ist in die Aufgabe einer Bäuerin längst hineingewachsen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Monika Roth hat viel mit Obst zu tun. Sie ist in die Aufgabe einer Bäuerin längst hineingewachsen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Über 200 Hochstämme stehen auf den Wiesen des Betriebes von Monika und Fredy Roth in Räuchlisberg. Der Herbst ist deshalb eine besonders intensive Zeit für Landfrau Monika Roth, denn die Äpfel für den eigenen Süssmost, der auch ab Hof verkauft wird, werden von Hand aufgelesen. «Es sind ganz verschiedenen Dinge, welche die Qualität des Süssmostes ausmachen», sagt die 42-Jährige, «wichtig ist vor allem der richtige Mix der Apfelsorten. Fredy ist da der Spezialist.» Nicht nur beim Süssmost setzen Roths auf Eigenproduktion. Auf den Feldern ihres Hofes werden Weizen, Gerste, Mais, Raps und Futterrüben angebaut. Ein Grossteil davon wird für die Aufzucht der Rinder und zur Fütterung der 30 Milchkühe verwendet.

Langsam hineingewachsen

Monika Roth stammt aus einer Güttinger Bauernfamilie.

«Eine Kindheit auf dem Bauernhof befähigt einem aber noch lange nicht, mit einer eigenen Familie einen Betrieb zu führen», sagt sie. Als junge Bäuerin und Mutter sei sie von ihrem Mann, den Schwiegereltern und Eltern fest unterstützt worden. «So konnte ich langsam in meine Aufgaben hineinwachsen.» Heute betätigt sie grosse Maschinen, hilft mit viel Freude auf Hof und auf Feld mit, als ob sie noch nie etwas anderes getan hätte.

Ganz hat sie ihren Beruf als Bankangestellte aber nie aufgegeben und arbeitet einen halben Tag pro Woche in Altnau. «Ich habe so die Möglichkeit, in meinem erlernten Beruf am Ball zu bleiben und die Welt aus einer weiteren Perspektive zu betrachten. Es ist ein idealer Ausgleich zu meiner Tätigkeit zu Hause.» Den Umgang mit Zahlen pflegt sie auch bei der Führung der Buchhaltung des eigenen Betriebs.

Ferner engagiert sie sich im Vorstand des Thurgauer Landfrauenverbands, wo sie unter anderem für die Rechnungsführung der Hauspflege verantwortlich ist.

«Putzen kann ich später»

Ein Strahlen erhellt Monika Roths Gesicht, wenn sie über ihre Kinder spricht. Man merkt schnell: Muttersein hat bei ihr Vorrang.

Damit sie Zeit mit der sechzehnjährigen Stefanie, dem vierzehnjährigen Nicolas und der neunjährigen Janine verbringen könne, lasse sie auch gerne einmal eine Ecke im grossen Haus ungeputzt, lacht sie. «Mit Schule, Lehre und Hobbies ist die Zeit beschränkt, welche die Kinder zu Hause verbringen. Die gilt es zu nutzen. Alles andere kann ich später erledigen.»

Zimmer für Lehrling

Im letzten Jahr haben Roths ihr Haus umgebaut. Während der Umbauphase musste die Räuchlisbergerin im Haushalt manchmal improvisieren. Das Haus sei mit der neuen Terrasse viel geräumiger geworden, schwärmt sie. «Mein Mann wollte schon lange einen Lehrling ausbilden. Unser Betrieb ist mit seiner vielfältigen Ausrichtung als Ausbildungsplatz gut geeignet.

Mit dem Einbau eines zusätzlichen Zimmers haben wir nun auch genügend Platz, um diesen Wunsch im Sommer Wirklichkeit werden zu lassen.»