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Neuzuzüger kritisiert Entsorgung

Michael Roth kann kaum glauben, dass er in Kreuzlingen 20 Arten Abfall trennen soll. Der Neuzuzüger will aufrütteln: Das Entsorgungssystem sei derart kompliziert, dass Bürger resignieren und ihren Abfall die Toilette hinunterspülen.
Annina Flaig
Wie soll er die Papiertragtasche der Stadt Kreuzlingen entsorgen, fragt sich Neuzuzüger Michael Roth. (Bild: Andrea Stalder)

Wie soll er die Papiertragtasche der Stadt Kreuzlingen entsorgen, fragt sich Neuzuzüger Michael Roth. (Bild: Andrea Stalder)

KREUZLINGEN. Er hat den Entsorgungsplan von Kreuzlingen studiert – und zwar vom Altpapier bis zum Tierkadaver. «Jetzt bin ich vollends verwirrt», sagt Michael Roth, nachdem er sich die 20 Abfallarten angeschaut hat, die ein guter Bürger in Kreuzlingen getrennt entsorgt.

Zu kompliziert für Professorin

Michael Roth ist gerade aus Engelberg im Kanton Obwalden zugezogen und meldet sich per Leserbrief. «Das Brevier der Entsorgung der Stadt Kreuzlingen erinnert an eine wissenschaftliche Abhandlung», steht darin geschrieben. «Selbst meiner Frau ist das zu kompliziert», sagt der 72-Jährige, der mit einer Professorin verheiratet ist.

Auslöser war die Papiertasche

Angefangen hat alles mit einer Papiertragetasche, die Roth bei der Einwohnerkontrolle erhalten hat. Die Tragetasche hat er zum Altpapier gelegt. Später, beim Studieren des Entsorgungsplanes, sei er ins Grübeln gekommen. Auf der Liste mit den Dingen, die in die Papiersammlung gehören, sei die Papiertasche nicht aufgeführt. Auf der Liste für die Kartonsammlung auch nicht. Ausserdem sei ja eine Etikette drauf und sie habe Henkel aus Schnur. Deshalb hat er sie schliesslich im Kehricht entsorgt. Von seinen Büchern hat er fürs Altpapier die Einbände entfernt. Jetzt fragt er sich, ob er die Einbände der Kartonsammlung mitgeben darf. «Vielleicht sind sie geklebt?», räumt er ein und wirft sie in den Kehricht. In Engelberg, wo er herkommt, sei das nicht so kompliziert.

Er will alles richtig machen

Roth ist bemüht, in seiner neuen Heimat alles richtig zu machen. Er finde es gut, wenn recycelt wird. «Aber es kann doch nicht sein, dass ich am Schluss so verunsichert bin, dass ich alles in den Kehricht werfe.» Ausserdem habe er in seiner Dreieinhalbzimmerwohnung keinen Platz, um etliche Behälter für alle Arten von Abfall aufzustellen.

«Eine derart komplizierte Abfallentsorgung wird vom Bürger niemals angenommen», glaubt Roth zu wissen. Bestätigt werde er in seinem Freundeskreis in Kreuzlingen, den er im Golfclub Konstanz schon seit Jahren pflegt. «Die meisten suchen Alternativen zu diesem Wahnsinn.» Gekochte Essensreste würden beispielsweise die Toilette hinuntergespült, weil sie der Grünabfuhr nicht mitgegeben werden dürften und im Abfallsack unter der Spüle übel riechen. Laut Roth würde den Kreuzlingern hier ein Blick über die Grenze gut tun. In Konstanz gebe es überall einfach drei verschiedenfarbige Container.

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