Neustart in der Pappel-Frage

TÄGERWILEN. Die Bürger und Naturschutzverbände dürfen mitreden, wie der Baumbestand im Tägermoos 2050 aussehen soll. Die Stadt Konstanz will zudem einen Schutzplan des Kantons Thurgau abwarten. Pappeln werden vorerst keine gefällt.

Nicole D'orazio
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Eine der 41 gefällten Pappeln im Tägermoos. (Bild: Nana do Carmo/Archiv)

Eine der 41 gefällten Pappeln im Tägermoos. (Bild: Nana do Carmo/Archiv)

Nun werden alle Seiten mit einbezogen: Im Tägermoos sollen die Naturschutzverbände und die Konstanzer Bürgerinitiative «kein Kahlschlag im Tägermoos» mitreden dürfen, wie es mit der Pappelallee weitergeht. Damit soll ein Neustart im Streit um die verbliebenen Bäume erreicht werden. Im Frühjahr sind 41 von 116 Pappeln gefällt worden, was grosse Proteste ausgelöst hatte (unsere Zeitung berichtete). Den Neustart hat die Verwaltung der Stadt Konstanz in der Sitzung des Technischen- und Umweltausschusses vorgeschlagen, heisst es in einer Mitteilung.

Drei Fragen zu klären

Im Zentrum stehen die Fragen, wie die Zukunft am Rheinweg aussieht, wie man sich den Baumbestand im Jahre 2050 vorstellt und wie das Landschaftsbild dort aussehen soll. «Zu berücksichtigen sind ferner die Pläne des Kantons Thurgau für das Gebiet und die Ergebnisse der detaillierten Baum-Untersuchungen», heisst es weiter. Auf dieser Grundlage solle der Konstanzer Gemeinderat die Entwicklungsziele und die dafür erforderlichen Massnahmen für den Baumbestand im Tägermoos diskutieren und beschliessen. Dies ist in der Sitzung am 23. Juli vorgesehen. Bis zur Beschlussfassung der Ziele durch den Gemeinderat erfolgt ein Moratorium. Es werden keine weiteren Pappeln gefällt.

Vernehmlassung Ende Jahr

Der Kanton Thurgau hat vom Bund den Auftrag, für das Tägermoos einen Schutzplan zu erarbeiten, da es sich um ein Flachmoor und ein Amphibienobjekt von nationaler Bedeutung handelt, sagt Raimund Hipp, Abteilungsleiter Natur und Landschaft des kantonalen Amtes für Raumplanung. Das Gebiet sei zwar schon von der Gemeinde Tägerwilen als Naturschutzgebiet definiert, doch es bedürfe noch einer Schutzanordnung des Kantons. «Diese haben wir eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt geplant, nehmen sie aber aufgrund der aktuellen Lage demnächst in Angriff.» Mit einem Entwurf für die Vernehmlassung rechnet Hipp Ende Jahr.

Die Stadt Konstanz sucht derweil das Gespräch mit den Bürgern über die Zukunft der Pappelallee. Ein erster Austausch ist bei einer öffentlichen Information am Montag, 29. Juni ab 19 Uhr vorgesehen. Diese findet im Unteren Konzilsaal in Konstanz statt. Zu Wort kommen ein Baumpfleger der Stadt sowie Baumpflegespezialist Fabian Dietrich, der sich die Bäume im Februar angesehen hat.