NEUKIRCH: Südostbahn baut auf Nummer sicher

Die SOB investiert 21 Millionen Franken in den Umbau des Bahnhofs Neukirch-Egnach. Der schlechte Baugrund macht die Bahngesellschaft vorsichtig.

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Gesamtprojektleiter Armin Zöggeler vor der Baugrube für das neue Technikgebäude. (Bild: Markus Schoch)

Gesamtprojektleiter Armin Zöggeler vor der Baugrube für das neue Technikgebäude. (Bild: Markus Schoch)

Schrittweise wird die Ostschweiz ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Auf der Linie der Schweizerischen Südostbahn (SOB) verkehren ab 2018 stündlich Schnellzüge zwischen St. Gallen und Konstanz beziehungsweise in umgekehrter Richtung. Dafür baut das Unternehmen den Bahnhof Neukirch-Egnach zu einer Kreuzungsstation von 450 Metern Nutzlänge aus. Neben der Erneuerung der Fahrleitungs- und Sicherungsanlagen werden auch die Perronkanten erhöht, um einen niveaufreien Zugang zu den Zügen zu ermöglichen und den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Anfang März haben die Vorarbeiten für dieses Projekt begonnen. Gestern luden die Verantwortlichen zu einer Begehung mit Gesamtprojektleiter Armin Zöggeler ein. Die Arbeiten für den Installationsplatz und das Technikgebäude Sicherungsanlagen sind im Gange. Die neuen Fundamente für die Fahrleitungsmasten konnten aus betrieblichen Gründen nur nachts erstellt werden. So viel wie möglich werde von Montag bis Freitag tagsüber gebaut, betont Zöggeler.

Versuchsschüttung wegen instabilem Baugrund

Für den Ausbau zur Kreuzungsstation muss der Bahndamm verbreitert werden. Da das Gebiet mit See- und Sumpfablagerungen durchsetzt ist, hat die SOB umfangreiche Bodenuntersuchungen durchgeführt und ein Massnahmenkonzept ausgearbeitet. Im Boden ist sehr viel so genanntes Porenwasser vorhanden, das bei der vorgesehenen Aufschüttung zu Überdrücken und in weiterer Folge zu Grundbrüchen beziehungsweise Hang-Instabilitäten führen kann.

Schon beim Bau der Bahnlinie vor über 100 Jahren kam es bei Neukirch-Egnach zu Hangrutschungen. Deshalb schüttet die SOB versuchsweise auf einer Wiese neben der Baustelle einen etwa 20 Meter langen, zwischen drei und neun Metern breiten sowie zwei Meter hohen Damm auf, der Aufschluss über die Stabilität des Untergrundes geben soll. Die Bodensetzungen und Drücke werden mit geeigneten Messmitteln überwacht. An mehreren Stellen baut die SOB Sensoren ein, die sowohl den Porenwasserdruck als auch Setzungsbe­wegungen des aufgeschütteten Materials messen und online per Mobilfunknetz an den verantwortlichen Ingenieur schicken. So können der aktuelle Stand und die bisherigen Entwicklungen jederzeit ermittelt werden. Aus den Ergebnissen werden dann die Massnahmen und Anforderungen für die definitive Dammschüttung abgeleitet.

Die Hauptarbeiten für den Ausbau der Kreuzungsstation folgen ab August/September dieses Jahres. Sie dauern insgesamt voraussichtlich bis Ende 2018. «Leider sind mit diesen Bauarbeiten Lärmemissionen verbunden», sagt Projektleiter Zöggeler. Die SOB sei jedoch bemüht, diese Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. (mso)