NEUKIRCH: Ein Jahr Pause steht im Raum

Die Musikgesellschaft feierte ihr traditionelles Mostfest. Rund 500 Besucher tanzten zur Musik von DJane Corinne Wacker und verbrachten einen unbeschwerten Abend – vielleicht zum letzten Mal in dieser Form.

Sara Carracedo
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Die Besucherzahlen des Mostfestes steigen wieder, doch noch ist nicht geklärt, wie es mit der Veranstaltung weitergeht. (Bild: Sara Carracedo)

Die Besucherzahlen des Mostfestes steigen wieder, doch noch ist nicht geklärt, wie es mit der Veranstaltung weitergeht. (Bild: Sara Carracedo)

Sara Carracedo

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Holzfässer und Sonnenschirme schmücken die Halle des Dorfes. Mit den Strand-Accessoires und dem rustikalen Aufbau der Bar sowie den lokalen Getränken ergibt das Gesamtbild einen Mix aus Beachparty und Dorffest, indem sich die Partybevölkerung pudelwohl fühlt. Es wird ausgelassen gefeiert, hemmungslos getrunken, und dennoch ist es ein Fest, an dem man seit langem wieder auf alte Bekanntschaften trifft. Das alles steht für das traditionelle Fest in Mostindien, welches dem Spitznamen des Thurgaus alle Ehre macht.

Zum 27. Mal fand in der Rietzelghalle das Mostfest statt und lockte so 500 Besucher an. Simon Ackermann, OK-Präsident des Mostfests, ist sichtlich zufrieden: «Vor sechs Jahren sind wir urplötzlich von 2000 Besuchern auf 300 gesunken, doch jetzt zieht es langsam wieder an.» Ackermann geht es aber nicht darum, dass die Halle aus allen Nähten platze, vielmehr soll das Mostfest kein Verlustgeschäft werden und die Gemeinschaftskasse der Musikgesellschaft etwas füllen. Denn der Verein verlangt keine Mitgliederbeiträge, sondern lebt von seinen Festen.

Mit 21 Jahren schon OK-Präsident

Der 21-jährige OK-Präsident ist seit fünf Jahren im OK-Team dabei. Heuer organisierte er zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als Präsident das Mostfest. Der junge Egnacher bringt frischen Wind in den Verein und hat dieses Jahr vor allem auf mehr Werbung gesetzt, um die Vereinskasse klingeln zu lassen: «Wir haben gezielt über Social Media mehr Werbung gemacht sowie bei uns in den umliegenden Gemeinden mit Plakaten, in Zeitungen und lokalen Radiostationen», erzählt Ackermann. Sein Ass im Ärmel hatte ebenfalls mit Radio zu tun, denn er konnte Corinne Wacker, Programmleiterin und Moderatorin von Radio Top, für den Event am Samstag gewinnen. «Ich habe nicht mit ihrer Zusage gerechnet», sagt Ackermann. Doch für Wacker war die Zusage eine Ehrensache: «Ich habe schnell gemerkt, dass das coole Leute sind, die etwas tolles auf die Beine gestellt haben», sagt sie. Obwohl Wacker in ihrer Funktion als DJane eher für die Musikrichtung House bekannt ist, spielt sie am Mostfest von Oldies über Reggaeton bis hin zu Rock alle Musikstilrichtungen.

Wie es um die Zukunft des Mostfestes steht, liegt noch in der Schwebe gemäss Ackermann: «Einige Vereinsmitglieder erwarten, dass die Tradition des Mostfestes weitergeführt wird. Doch vielleicht pausieren wir ein Jahr und kommen mit einer Neuauflage im übernächsten Jahr.» Denn obwohl der Verein gewillt sei das Fest durchzuführen, sei es immer schwieriger die Leute anzulocken. Ackermann will nicht auf Biegen und Brechen das Fest durchführen und einen Verlust in der Vereinskasse riskieren. Er denkt daher an ein neues Format: «Ich könnte mir vorstellen, dass wir eher in Richtung Dorffest gehen und am Freitag für die Oldies Night eine Liveband engagieren und am Samstag eine Schaupresserei machen.» So werde die Tradition beibehalten und man könne neue Klientel anlocken, lautet der Plan des OK-Präsidenten.