Neues Zuhause für Asylbewerber

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Asylbewerbern hat die Gemeinde Sulgen eine Liegenschaft an der Kradolfstrasse erworben. Im Gebäude werden ab Frühjahr vier bis sechs Personen wohnen.

Tobias Söldi
Drucken
Teilen
Andreas Opprecht, Gemeindeammann von Sulgen, und Gemeinderätin Katrin Grossenbacher vor der Liegenschaft Kradolfstrasse 17 in Sulgen. (Bild: Tobias Söldi)

Andreas Opprecht, Gemeindeammann von Sulgen, und Gemeinderätin Katrin Grossenbacher vor der Liegenschaft Kradolfstrasse 17 in Sulgen. (Bild: Tobias Söldi)

SULGEN. Die Zahl der Asylbewerber ist in den letzten Monaten stark gestiegen. Den Gemeinden müssen immer mehr Asylbewerber zugewiesen werden. In Sulgen werden zurzeit vier Asylbewerber betreut; für weitere Personen mangelte es bis anhin an geeigneten Räumlichkeiten. «Wir müssten seit Monaten deutlich mehr Asylbewerber aufnehmen», erklärt Gemeindeammann Andreas Opprecht. Die Zahl der Asylbewerber pro Gemeinde wird vom Kanton durch einen Verteilschlüssel bestimmt.

Standort ist ein Glücksfall

Der Gemeinderat ist laut Opprecht bestrebt, seinen Beitrag zu leisten, weshalb man nach einer geeigneten Liegenschaft gesucht habe. Das war aber ein schwieriges Unterfangen. Anfragen bei Haus- und Wohnungsbesitzern zur Miete eines Objekts fielen negativ aus. Die Option, Wohncontainer zu mieten, wurde ebenfalls geprüft. «Wir haben Offerten eingeholt, doch waren Wohncontainer zu teuer. Zudem kam die Frage auf, wo solche Container hingestellt werden könnten», führt Opprecht aus.

Ende November 2014 kam der erlösende Bescheid: Die Gemeinde erhielt ein Angebot zum Kauf einer Liegenschaft an der Kradolfstrasse, gleich neben dem Gemeindehaus. «Wir haben die Liegenschaft rasch und intensiv geprüft», erzählt Andreas Opprecht. Noch vor Weihnachten entschied man sich dann zum Kauf per Ende 2014. Auch die Lage hat überzeugt. «Die Nähe zum Gemeindehaus ist ein Glücksfall. Betreuung und Begleitung fallen so leichter», sagt Katrin Grossenbacher, die für das Ressort Soziales und Gesundheit zuständige Gemeinderätin. Hätte man keine Lösung gefunden, wären die Sulgen zugeteilten Asylbewerber auf Kosten der Gemeinde durch das kantonale Sozialamt untergebracht worden.

Maximal zwölf Personen

Noch bis Ende Januar ist der obere Teil der Liegenschaft bewohnt. Sobald die Mieter im Obergeschoss ausziehen, werden kleinere Renovationsarbeiten vorgenommen, so dass die Wohnung im Frühjahr bezugsbereit ist. Der Clubraum im Parterre wird noch bis Ende Juni betrieben. Nach dessen Schliessung bleiben die Räume im Erdgeschoss leer, damit bei einem weiteren Anstieg der aufzunehmenden Asylbewerber rasch reagiert werden kann. Insgesamt bietet die Liegenschaft Platz für zehn bis zwölf Personen. Opprecht: «Das ist die Zahl, von der wir mittelfristig ausgehen.»