Neues Schulhaus im «Seegarten»

ARBON. Die Primarschulgemeinde Arbon steht vor grossen Investitionen. Das überarbeitete Schulraumkonzept zeigt zusätzlichen Bedarf an. Bis 2020 müssten 28 Millionen Franken investiert werden. 2016 ist ein neues Schulhaus im «Seegarten» geplant.

Max Eichenberger
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Zwischen See- und Romanshornerstrasse, südlich des Kindergartens, plant die PSG-Behörde ein neues Schulhaus. Über den Kauf einer Nachbarparzelle stellt das Volk die Weichen. (Bilder: Max Eichenberger)

Zwischen See- und Romanshornerstrasse, südlich des Kindergartens, plant die PSG-Behörde ein neues Schulhaus. Über den Kauf einer Nachbarparzelle stellt das Volk die Weichen. (Bilder: Max Eichenberger)

Andere Schulgemeinden müssten Schulhäuser schliessen, weil die Schülerzahlen rückläufig sind – «Arbon hingegen baut auf statt ab», schickte PSG-Präsidentin Regina Hiller an einer Informationsversammlung voraus.

Zentrumsgemeinde wächst

Obwohl die künftigen Schülerzahlen nicht genau parallel zur Bevölkerungsentwicklung verlaufen, sei diese ein klares Indiz, so Bauressortchef Raphael Künzler. Die Bautätigkeit mit schon realisierten, geplanten oder in Ausführung begriffenen Projekten, hinzu die Richtplangebiete, die über kurz oder lang erschlossen werden, bescheren der Stadt einen stattlichen Einwohnerzuwachs. 2600 mehr in den nächsten Jahren – bis 2025 – sind absehbar.

Ersatz fürs Schöntal

Reagieren auf diese Entwicklung muss die Schule: zumal das Schulhaus Schöntal, wo die PSG bei Oerlikon Saurer Arbon AG eingemietet ist, 2016 Künzler zufolge nicht mehr zur Verfügung steht: «Dafür müssen wir Ersatz schaffen.» Weil es auch im Stacherholz Engpässe gibt, fehlen mittelfristig insgesamt 2440 Quadratmeter Schulraum, weisen die aktualisierten Berechnungen aus.

Laut Künzler sind dies drei Grossräume (à 180 Quadratmeter), 11 Klassenzimmer, 25 Gruppenräume und 4 Büros – Bedarf, der sukzessive zu decken ist. Mit Einbezug von Reserven, «sonst kommen wir bald wieder an den Anschlag». Man wäre damit auch gerüstet für künftige Tagesschulstrukturen und die Basisstufe.

Ein drittes Schulhaus am See

Verschiedene Varianten hat die Behörde studiert. Klar favorisiert wird eine Variante «5», die den Bau eines neuen Schulhauses «Seegarten» (zwischen Seestrasse und Romanshornerstrasse) vorsieht, einen Ausbau im Stacherholz sowie eine weitere kleinere Investition im Bergli. Insgesamt geht die Schulbehörde laut Künzler von einem Investitionsbedarf von 28 Millionen Franken bis 2020 aus. Damit bekäme man gleichwertige Primarschulzentren mit ausgewogenen Schülerzahlen an drei Standorten. Ein Standort nördlich der Romanshornerstrasse böte sich an, weil dort Richtung See viel neuer Wohnraum entstanden ist.

PSG befragt Volk zu Landkauf

Bei der Seestrasse (Kindergarten) verfügt die Schulgemeinde über eigenes Land. Eine Anschlussparzelle bis zur Romanshornerstrasse will die PSG hinzukaufen. Mit der Eigentümerschaft sei man erfolgversprechend im Gespräch. Der beabsichtigte Landkauf soll am 11. März 2012 vors Schulvolk kommen. So werde es mitentscheiden können zur Strategie der Schulbehörde. Inklusive Landerwerb würde ein Schulhaus «Seegarten» rund 16 Mio. Franken kosten. 2016 sollte dann das Schulhaus realisiert sein. Modellrechnungen zeigen auf, dass bei drei Schulstandorten – neben dem Vorteil der überschaubaren Grösse – täglich 30 Kilometer Schulweg und 85 Strassenüberquerungen wegfielen.

Neben dem Brocken «Seegarten» sieht die PSG im Stacherholz einen zweiten Schwerpunkt: Dort soll 2018 neben dem Doppelkindergarten der 48 Jahre alte Mitteltrakt saniert und erweitert werden mit Kosten von gegen 10 Mio.

Sporthalle sanieren

2013 geplant ist die Sanierung der 1975 erstellten Dreifachsporthalle Stacherholz. Diese soll laut Künzler über den Unterhalt laufen. Dann steht auch die Sanierung des Kindergartens Waagstrasse an. Das Budget 2012 rechnet mit Investitionen von 860 000 Franken. «Wir können also noch etwas Atem holen für die Investitionsaufgaben der kommenden Jahre», so Finanzressortchef Urs Gähwiler. Um diese überhaupt verkraften zu können, stellt die PSG auf die lineare Abschreibungspraxis um.

Beim Steuerfuss kein Spielraum

Obwohl mit dem neuen Beitragsgesetz mehr Geld vom Kanton fliesst (2012 eine Million mehr), sieht Urs Gähwiler keinen Spielraum, den Steuerfuss von aktuell 67 zu senken. «Arbon hat mit rund 1500 Franken pro Kopf eine zu tiefe Steuerkraft.» Der Kanton ging mit dem Beitragsgesetz davon aus, dass der Gesamtschulsteuerfuss dann auf 100 Prozent fallen würde. Mit den 38 Prozent der Sekundarschulgemeinde hat Arbon derzeit 105 Prozent.

Über beantragten Landkauf sollen Schulbürger vorentscheiden.

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Gemietetes Schulhaus Schöntal fällt 2016 weg. Das verlangt nach Ersatz.

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Mitteltrakt Primar Stacherholz soll 2018 saniert und erweitert werden.

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Berglischulhaus: Moderate Investitionen am ältesten Schulstandort.

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