Neues Pfarrhaus vom Tisch

ERLEN. Da Pfarrer Haller die Evangelische Kirchgemeinde Erlen verlässt, sieht die Behörde keinen Grund mehr für einen Neubau. Dies, obwohl das heutige Pfarrhaus mit Schadstoffen belastet sein soll.

Andrea Kern
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Die Liegenschaft Poststrasse 20 dient auch in Zukunft als Zuhause des evangelischen Pfarrers von Erlen. (Bild: Georg Stelzner)

Die Liegenschaft Poststrasse 20 dient auch in Zukunft als Zuhause des evangelischen Pfarrers von Erlen. (Bild: Georg Stelzner)

«Das Projekt Pfarrhaus ist kein Thema mehr», sagt Thomas Bichsel, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Erlen. Es sei mit Pfarrer Andreas Haller verbunden gewesen. «Wenn er wegzieht, haben wir keinen Handlungsbedarf, eine andere Lösung betreffend Pfarrhaus zu suchen.»

Diskussion über Hausgrösse

Lange Zeit war nicht klar, ob Erlen nun ein neues Pfarrhaus erhält oder nicht. Ursprünglich wollte die Kirchenvorsteherschaft für die siebenköpfige Familie ein neues Zuhause bauen lassen. Dies, weil das jetzige Pfarrhaus an der Poststrasse für die Grossfamilie zu klein geworden ist.

Doch dieses Vorhaben ist nicht nur auf Zustimmung gestossen. Kritisiert wurde von einem Kirchbürger, dass ein grösseres Haus für einen Nachfolger mit einer kleineren Familie dann wieder zu gross sein könnte. Zur gleichen Zeit teilte die Kirchenbehörde mit, dass sie das Projekt auf Eis gelegt hätte. Einen Zusammenhang mit der Kritik verneinte sie. Thomas Bichsel sprach damals von «anderen unvorhersehbaren Dingen», die eine Verschiebung nötig gemacht hätten.

Anfang Februar und damit rund drei Wochen später teilte der Präsident mit, dass die Pfarrfamilie aus gesundheitlichen Gründen ausgezogen sei. Im Gebäude sei Formaldehyd festgestellt worden, wobei die Grenzwerte laut Bichsel aber nicht überschritten wurden.

Kündigung des Pfarrers

Eine Wende erhielt die Geschichte, als Andreas Haller seine Kündigung an der Versammlung Ende März bekanntgegeben hat. Er wird auf Ende August oder September die Kirchgemeinde verlassen. «Ende April wird sich entscheiden, ob es Spätsommer oder Frühherbst wird», sagt Thomas Bichsel. Wie mit der Suche nach einem neuen Pfarrer vorgegangen wird, kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. «Seit der Kirchgemeindeversammlung hatten wir noch keine Sitzung.»

Plant die Kirchenbehörde bauliche Massnahmen am Pfarrhaus? «Nein, wir sehen keinen Handlungsbedarf. Alle Schadstoffmessungen verliefen negativ und waren in keiner Art und Weise über einem Grenzwert», antwortet Thomas Bichsel.

Gespräche im Team

Auch der Kirchenpräsident stand an der Versammlung in der Kritik und wurde aufgefordert, zurückzutreten. Er werde die Amtsdauer zu Ende führen, hatte er geantwortet. Diese dauert bis Juni 2016. Darauf verweist Bichsel auch jetzt, fügt aber an, dass in der Vorsteherschaft nochmals darüber gesprochen werde, «wie wir es weitersehen als Team».

Thomas Bichsel, Präsident evangelische Kirchgemeinde. (Archivbild: rst)

Thomas Bichsel, Präsident evangelische Kirchgemeinde. (Archivbild: rst)