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Neues Kapitel im Mobilfunk-Streit

TÄGERWILEN. Die Firma Orange hat ein Baugesuch für eine Sendeanlage im Kieswerk in Tägerwilen eingereicht. Es ist bereits der dritte Anlauf. Und wie bei den ersten beiden Versuchen gehen die Anwohner auf die Barrikaden.
Urs Brüschweiler
Das Bauvisier für die neue Mobilfunkanlage steht im Kieswerk, oben am Hang liegt das Hertler-Quartier. (Bild: Urs Brüschweiler)

Das Bauvisier für die neue Mobilfunkanlage steht im Kieswerk, oben am Hang liegt das Hertler-Quartier. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Das Hertler-Quartier wird sich wieder wehren.» Da ist sich Paul Thaler sicher. Der pensionierte Gemeindeschreiber von Tägerwilen hat seine Einsprache gegen das Baugesuch für eine 30 Meter hohe Mobilfunk-Sendeanlage von Orange bereits eingereicht. Und er geht davon aus, dass es ihm auch diesmal wieder viele Nachbarn gleichtun werden. Die entsprechende Frist läuft noch bis Mitte Oktober.

Neues Datenblatt verlangt

Das Mobilfunkunternehmen hatte schon 2010 und 2012 um den Bau einer Mobilfunkantenne auf dem Kies- und Betonwerk Seegau ersucht. «Beide Male gab es viele Einsprachen», sagt Gemeindeammann Markus Thalmann. Beim ersten Gesuch sei der Standort der Antenne noch 200 Meter weiter östlich vorgesehen gewesen, bei der zweiten und bei der aktuellen Auflage soll der Mast mitten im Gelände des Kieswerks plaziert werden. Der Kanton habe nach Prüfung des Baugesuchs ein neues Standort-Datenblatt von der Bauherrin verlangt, erklärt Thalmann.

Alles von vorne

«Da es aber so lange gedauert hat, bis dieses vorlag, verlangten wir eine Neuauflage des Baugesuchs», sagt Thalmann. Dadurch wurden allerdings auch alle Einsprachen gegen die vorherige Eingabe hinfällig. Die Gemeinde informierte alle Einsprecher, dass sie ihre Eingabe entsprechend wiederholen müssten. Gemeindeammann Markus Thalmann kann sich inhaltlich nicht zu den Chancen des Gesuchs äussern, denn die Gemeinde Tägerwilen ist die Bewilligungsinstanz. «Wir werden das im Gemeinderat diskutieren, sobald der Kanton grünes Licht gegeben hat.» Thalmann verrät jedoch, dass man der Bauherrin für den Standort der Antenne einen Alternativvorschlag gemacht habe, ausserhalb des Dorfes bei der Kompostieranlage. Darauf eingegangen ist Orange offensichtlich nicht.

Ersatz für die Siloturm-Antenne

Für die Bewohner am Hertlerweg wäre dieser Standort wohl besser. Das Kieswerk liegt nur rund 300 Meter von den Wohnhäusern entfernt. Noch näher befindet sich allerdings eine bestehende Sendeanlage von Orange. Auf dem Siloturm des ehemaligen Galli-Areals steht bereits eine Antenne. Sobald Klarheit besteht, was auf dem Areal gebaut wird, soll der Turm samt Mobilfunkmast abgerissen werden. Orange ist deshalb seit langem auf der Suche nach einem Ersatzstandort.

«Ich spüre das am Morgen, wenn die Handybenützung losgeht», sagt Paul Thaler. Er habe Angst, dass die Krankheitsgefahr durch die Strahlung noch grösser werde. «Wir sind alle nicht begeistert davon, dass wir so direkt den Immissionen ausgesetzt sind, deshalb werden wir auch diesmal wieder auf die Barrikaden gehen.»

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