Neues Gesicht im Yoyo

Ermin Schluep wurde als neuer Leiter des Jugendtreffs eingestellt. Der moderne Moslem mit Migrationshintergrund will zwischen den Kulturen vermitteln. Die Zusammenarbeit im Leitungsteam funktioniert hervorragend, und neue Ideen werden lanciert.

Alice Grosjean
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Gut ins neue Schuljahr gestartet: Barbara Germann Doski, Ermin Schluep und Dean Kradolfer (von links). (Bild: Alice Grosjean)

Gut ins neue Schuljahr gestartet: Barbara Germann Doski, Ermin Schluep und Dean Kradolfer (von links). (Bild: Alice Grosjean)

Der Jugendtreff Yoyo läuft gerade auf Hochtouren und hat einen neuen Mitarbeiter: Ermin Schluep leitet den Treff seit dem 1. Juli neu zusammen mit Barbara Germann Doski. Der 29-Jährige hat schon beim Jugendsekretariat und der Jugendarbeit der evangelischen Kirche St. Gallen gearbeitet. «Wir sind unglaublich froh, dass Ermin Schluep sich für die Stelle beworben hat», sagt Dean Kradolfer, Präsident des Vereins Jugendarbeit Amriswil.

Mit seinen Erfahrungen, seiner persönlichen Lebensgeschichte und der positiven Einstellung dazu sei er perfekt geeignet für diesen Job.

Optimistisches Vorbild

Schluep stammt ursprünglich aus Bosnien, ist aber schon seit über 15 Jahren in der Schweiz wohnhaft und eingebürgert. Er selbst bezeichnet sich als modernen Moslem, kennt aber die praktizierten Traditionen und Bräuche des Islams aus eigener Erfahrung.

«Ein grosser Teil der Jugendlichen, die das Yoyo besuchen, haben einen Migrationshintergrund», erklärt Barbara Germann. Ermin Schluep habe ein unheimliches Potenzial und sei deshalb der perfekte Vermittler: «Die Jugendlichen können sich mit ihm identifizieren und respektieren ihn.» «Ich bin mit beiden Kulturen aufgewachsen und habe immer versucht, das Beste aus allem zu nehmen, wie auch sonst im Leben», meint der neue Leiter dazu. Und genau das versuche er auch, den Jugendlichen weiterzugeben und sie zu motivieren.

Zwischen Kulturen vermitteln

Im Jugendtreff fallen Ermin Schluep vor allem Integrations-und Projektarbeiten zu, die er mit grosser Freude zu vollbringen scheint. Es sei wichtig, zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen zu vermitteln, um gegenseitiges Verständnis zu erzeugen, erklärt er. «Wir versuchen, den Jugendlichen durch Diskussionen und Gespräche kulturelle Werte zu vermitteln, wie zum Beispiel Gleichbehandlung», sagt Barbara Germann. Die beiden scheinen zu wissen, was sie tun; im Moment wird der Jugendtreff rege genutzt.

Meistens seien die Knaben zwar in der Mehrheit, meint Germann, welche auch für die Arbeit mit Mädchen zuständig ist. «Deshalb würde ich auch liebend gerne einen eigenen Mädchentreff organisieren», so die Leiterin.

Tonstudio eröffnet

Regelmässig organisieren die Jugendlichen selbst Parties im Yoyo. Dabei werden sie vom Leiterteam unterstützt, das Ziel sei aber «eine Anleitung zur Eigeninitiative zu geben», so Dean Kradolfer.

Das weitere Angebot reicht im Moment von Midnight-Sport freitagabends und Hausaufgabenhilfe bis zu Coaching von arbeitslosen Jugendlichen, dem sogenannten «Brückenbauer-Projekt». Ausserdem gibt es im Jugendtreff seit den Sommerferien neu auch ein semiprofessionelles Tonstudio. Die Jugendlichen können dort unter Anleitung selbst Aufnahmen machen und zum Beispiel Demo-Tapes produzieren.

Ereignisreicher Oktober

Immer wieder werden ausserdem Spezialprojekte lanciert, die sowohl freizeitmässig als auch präventiv sein können. Nächstes Jahr wird zum Beispiel ein grösseres Projekt mit dem Namen «Saubere Lunge» gestartet. Es werde eine präventive Aktion sein, die sich an Raucher als auch an Nichtraucher richte, erklärt Ermin Schluep. Ausserdem steht bald ein Besuch im Europapark an, der in Zusammenarbeit mit der Jugendkommission Amriswil organisiert wird. Speziell für alle neuen Erstklässler der Oberstufe ist eine First-Class-Party im Oktober geplant.

Auch auf dem Jahrmarkt wird der Jugendtreff Yoyo wieder mit einem Stand präsent sein. Es stehen also ereignisreiche Monate an für das Leiterteam und die Jugendlichen.