NEUE STADT: Zeitenwende

Das einstige Industriegebiet Werk Zwei galt lange als Symbol des Niedergangs. Jetzt befindet es sich in einem rasanten Umbruch. Und verändert das Gesicht von Arbon.

Max Eichenberger
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Max Eichenberger

arbon

@thurgauerzeitung.ch

2016 war das Jahr, in dem im Saurer Werk Zwei so viel gebaut und umgebaut wurde wie nie zuvor. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang war das Areal, abgesehen von einer Reihe von Zwischennutzungen, eine Brache.

Jetzt laufen gleich mehrere Projekte parallel. Neues wird sichtbar, Altes ist, wie es im Fachjargon heisst, «revitalisiert» worden. So das ehemalige Hamel-Fabrikgebäude.

Zwei Märkte, ein Park und viele Wohnungen

Dabei gilt der Hamel als separate Parzelle streng genommen nicht einmal dem Werk Zwei zugehörig. HRS kam über die Stadt als Zwischenbesitzerin an den Backsteinbau. Architektin Rita Schiess hat ihn entschlackt, von späteren An- und Aufbauten befreit und ihm eine Frischzellenkur verpasst. Das Ergebnis lässt sich ­sehen und macht Freude.

Seit Oktober ist der Hamel-Markt in Betrieb. Noch geht es darin mässig geschäftig zu. Was auch daran liegt, dass vierzig Prozent der Gewerbeflächen noch zu vermieten sind und es Zeit braucht, bis die Arboner Neues annehmen. Dafür sind im Kopfbau alle Wohnungen ziemlich schnell belegt worden.

Und gebaut wird weiter. HRS erstellt Wohnungen für die Basler Leben, die Asga-Pensionskasse und die Genossenschaft Baufreunde Zürich. Die ersten Wohnungen («Wohnen Plus») werden im Frühjahr bezogen. Die Bauten «Wohnen am Park» werden hochgezogen, parallel eine erste Etappe des grünen Parkbandes realisiert.

Viele Arboner hängen am «Metropol»

Bald schon fahren die Bagger auf für die ersten beiden Projekte der Genossenschaft Baufreunde ­Zürich mit einem Investitionsv­olumen von gegen 80 Millionen Franken. Speziell ist ihr Senioren-Wohnprojekt mit integrierten Pflegezimmern und Dienstleistungen, die beansprucht werden können. Diese werden von einer spezialisierten Firma erbracht, die auch die Pflegebetreuung übernimmt.

Wie beim Hamel ist auch im Südosten des Areals, bei der ehemaligen Arbomec, ein Umnutzungsprojekt im Herbst mit dem Einzug des Fachmarktes Jumbo Maximo, des grössten in der Ostschweiz, abgeschlossen worden.

Die Kulturzentrum Presswerk AG hat vor kurzem die von HRS bereitgestellten Gebäulichkeiten erworben. Die Musikschule wird im Sommer einziehen. Für ihr Bauprojekt südlich an den Hamel angrenzend (Hotel, Gewerbe, Junges Wohnen) hat HRS zwar die Bewilligung, aber klargemacht, dass es dort nicht losgeht, ehe sie auf der Metropol-Parzelle grünes Licht bekommt, ihre dort geplante Überbauung Riva zu realisieren. Den Abbruch des 52 Jahre alten Hotels Metropol wollen eine Interessengemeinschaft und über tausend Unterzeichner einer Petition verhindern.