Neue Spielregeln für Spielplatz

ARBON. Die Lösung der Interessenkonflikte rund um den Spielplatz an der äusseren Brühlstrasse wird nicht billig: Einzelne Elemente der Anlage verschwinden. Die Stadt hat planungsrechtliche Schritte versäumt und muss Wald aufforsten.

Max Eichenberger
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Der Vorzeige-Spielplatz: Spielinseln werden aufgrund der Vereinbarung nun teilweise anders gestaltet. (Bild: Max Eichenberger)

Der Vorzeige-Spielplatz: Spielinseln werden aufgrund der Vereinbarung nun teilweise anders gestaltet. (Bild: Max Eichenberger)

In die Schlagzeilen gekommen ist der vor einem Jahr erstellte Spielplatz, weil Anwohner sich über Lärm beklagten: von den Benützern wie auch von den Spielgeräten ausgehend. Auch das Verhalten der Kinder gab zu Reklamationen Anlass. Zudem fühlten sich Quartierbewohner in ihrer Mittags- und Feierabendruhe gestört.

Belastetes Klima

Weil sich die Fronten verhärtet hatten, leitete die Stadt ein Mediationsverfahren ein.

Damit sollten die Probleme geglättet und die unterschiedlichen Interessen auf einen möglichst grossen gemeinsamen Nenner gebracht werden. 2009 war der Quartierspielplatz als Musteranlage im sogenannten Mitwirkungsverfahren realisiert worden. Die Einweihungsfreude trübte sich dann aber ein. Der Betrieb des Spielplatzes führte zu Spannungen und belastete das nachbarliche Klima im Quartier.

Vereinbarung ausgehandelt

Um den Konflikt einvernehmlich und auf neutraler Basis zu lösen, engagierte der Stadtrat zwei Mediatoren: Bettina Bickel, Rapperswil, und Peter Schmid, Wil. 40 Personen nahmen an einer Auftaktveranstaltung teil. Danach fanden vier Sitzungen statt, wobei unter den Interessengruppen je Zweierdelegationen gebildet wurden.

Neben unmittelbar Betroffenen waren auch der Verein Familiengärten, die Grundeigentümer sowie die Interessengruppen «Spielplatz Ja» und «Spielplatz Ja, aber» eingebunden.

Teilabbruch bis Lärmschutz

Jetzt liegt eine gemeinsame Vereinbarung vor, die künftig ein konfliktfreies Nebeneinander gewährleisten soll. Die Delegationen haben laut Informationen der Stadt die Beschlüsse einstimmig gefasst.

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, das Trampolin an einen neuen Standort innerhalb der Anlage zu verlegen. Durch den Einbau von Gummidichtungen sollen zudem Gerätegeräusche minimiert werden. Der «Fuchsteller» wird abgebaut und durch ein Karussell ersetzt. Ebenfalls ersetzt werden soll die Spinnennetz-Schaukel. Dort sollen stattdessen drei Wippgeräte installiert werden. Am bisherigen Trampolin-Standort wird ein Veloabstellplatz errichtet. Der kaum benützte Grill wird abgebrochen.

Zusätzliche Abfallkübel werden aufgestellt, um das Littering einzudämmen. Tafeln sollen künftig den Weg zu den nächsten öffentlichen WCs weisen. Verrichtet wurden «Geschäfte» teils am Spielplatzrand. Verpflichtet haben sich die Spielplatz-Benützer ausserdem, die gesetzlichen Ruhezeiten einzuhalten.

Teure Umgestaltung

Die baulichen Massnahmen werden durch den Werkhof noch vor den Sommerferien umgesetzt. Im August dann soll überprüft werden, ob die Gerätegeräusche tatsächlich minimiert werden konnten.

Umgestaltet wird jetzt also der halbe Spielplatz. Nicht beziffern mochte Stadtplaner Dominik Frei die Kosten dafür. «Sie werden aber über den laufenden Unterhalt und die entsprechende Budgetposition abgedeckt und werden durch das Ressort genehmigt.» Die Mediation selber koste die Stadt Arbon rund 10 000 Franken. Offenbar hätten im seinerzeitigen Mitwirkungsverfahren nicht alle Themen abschliessend behandelt werden können.

Das gröbere «Feintuning» beim Spielplatz wird nun doch noch eine in Relation zu den Anlagekosten teure Angelegenheit.