Neue Rohre über die Grenze

TÄGERWILEN. Statt die eigene Kläranlage auszubauen, will Tägerwilen das Abwasser künftig in Konstanz reinigen lassen. An der Gemeindeversammlung wird deshalb über ein Kreditbegehren von 3,21 Millionen Franken abgestimmt.

Kurt Peter
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Die Becken der Abwasserreinigungsanlage Tägerwilen werden nach dem Anschluss an Konstanz zurückgebaut, die Gebäude umgenutzt. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Die Becken der Abwasserreinigungsanlage Tägerwilen werden nach dem Anschluss an Konstanz zurückgebaut, die Gebäude umgenutzt. (Bild: Archiv/Reto Martin)

An der Gemeindeversammlung vom 4. Mai werden die Tägerwiler Stimmberechtigten über ein zukunftweisendes Projekt entscheiden. Die 1980 in Betrieb genommene Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der Gemeinde stösst an ihre Kapazitätsgrenzen und müsste saniert und ausgebaut werden. Eine Studie zeigte auf, dass eine grössere Menge Abwasser nur durch den Bau einer zusätzlichen Abwasserstrasse erreicht werden könnte. Diese Kosten wurden mit den Investitionen eines Anschlusses an die Kläranlage Konstanz verglichen. Der Ausbau der ARA Tägerwilen wurde dabei auf 4,9 Millionen Franken veranschlagt, die jährlichen Betriebskosten auf 377 500 Franken. Beim Anschluss an die ARA Konstanz kam man in einer ersten Schätzung auf Kosten von rund 4 Millionen Franken und jährliche Betriebskosten von 290 000 Franken. Also verfolgte man diese Variante weiter.

Ein Anschluss auf Dauer

Jörg Sinniger, Gemeinderat und Präsident der ARA-Kommission, sprach von einer sinnvollen Lösung, die nun vorliegt. Im Vertrag mit der Stadt Konstanz sind die finanziellen Eckwerte geregelt. Der einmalige Anschlussbetrag beläuft sich auf 1,44 Millionen Franken. Das Bauprojekt umfasst den Leitungsbau, bauliche Massnahmen in der ARA sowie deren Teilrückbau. Der Gemeinderat rechnet dabei mit Investitionen von 2,075 Millionen Franken. Der Technik- und Büroraum der bestehenden ARA werde so geplant, dass eine Fremdvermietung möglich sei, erklärte Jörg Sinniger. An den Anschlusskosten von insgesamt 3,515 Millionen Franken ist auch Gottlieben beteiligt, der Anteil der Gemeinde beläuft sich 8,62 Prozent. «Wenn die Gemeindeversammlung dem Kreditbegehren zustimmt, ist das natürlich ein Anschluss auf Dauer», sagte Jörg Sinniger. Da die Konstanzerstrasse durch den Bau der neuen Leitungen ohnehin aufgerissen wird, planen die Werke Tägerwilen den Ersatz bisheriger Wasser- und Stromleitungen und den Neubau einer Trafostation im Tägermoos. Dafür stellt der Gemeinderat ein Kreditbegehren über 820 000 Franken. Gemeindeammann Markus Thalmann sieht grosse Chancen, dass die Stadt Konstanz nach Abschluss der Arbeiten «die Konstanzerstrasse endlich saniert».

Rechnung 2014 schliesst positiv

An der Gemeindeversammlung wird auch über die Rechnung 2014 abgestimmt. Diese schliesst mit einem Überschuss von 151 000 Franken und damit um 350 000 Franken besser als budgetiert ab. «Neben den um 400 000 Franken höheren Steuereinnahmen haben 300 000 Franken tiefere Sozialkosten zum positiven Ergebnis geführt», erklärte der auch für die Finanzen zuständige Gemeinderat Sinniger.

Markus Thalmann Gemeindeammann Tägerwilen (Archivbild: Nana do Carmo)

Markus Thalmann Gemeindeammann Tägerwilen (Archivbild: Nana do Carmo)

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