Neue Pflegeplätze geschaffen

Nicht ohne Probleme ist das Haus Bellevue in eine Pflegestation der Genossenschaft Alterssiedlung umfunktioniert worden. Jetzt ist sie gut aufgestellt für die Zukunft. Organisatorisch und personell erneuert worden ist der Verwaltungsrat.

Max Eichenberger
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«Haus Bellevue» ist neu Pflegeheim: Leiterin Isabelle Züllig und Paul Fehlmann mit Bewohnerin. (Bild: Max Eichenberger)

«Haus Bellevue» ist neu Pflegeheim: Leiterin Isabelle Züllig und Paul Fehlmann mit Bewohnerin. (Bild: Max Eichenberger)

Seit Januar wird das Haus Bellevue nicht mehr als «Betreutes Wohnen», sondern als Pflegeheim mit 20 Betten geführt. In der bisherigen Form war eine Finanzierung nicht mehr möglich. Darum suchte man nach Alternativen. Eine war insofern naheliegend, als Bedarfsabklärungen der Stadt zeigten, dass einem Mangel an Pflegebetten entgegenzuwirken ist.

Bellevue als Pflegestation

Kantonale Vorgaben waren zu erfüllen, um eine Betriebsbewilligung zu erlangen und auf die Heimliste aufgenommen zu werden. Denn beide Bedingungen sind Voraussetzung, um Pflegeleistungen über die Krankenkassen abrechnen zu können. Der Pflegebetrieb ist noch im Aufbau. Die Betriebsbewilligung läuft vorerst bis 2012. Zunächst erforderte die Neuausrichtung einige Investitionen: gesamthaft 300 000 Franken.

Den baulichen Aufwand von 210 000 Franken übernahm die Stadt, in deren Pflegeheimkonzept das «Bellevue» ein Bestandteil ist. Ohne Pflegeabteilung könnte künftig nach neuen Richtlinien auch kein «Betreutes Wohnen» mehr angeboten werden. Nach den betrieblichen Umstellungen fehlt in der Alterssiedlung dieses Angebot derzeit noch.

Personelle Probleme

Die Neuausrichtung des Hauses Bellevue ging nicht ganz reibungslos über die Bühne. Die neue Betriebsart erforderte zwingend Fachpersonal. Das Arbeitsverhältnis mit der im Oktober eingestellten neuen Heim- und Pflegedienstleiterin, die organisatorisch den Aufbau hätte bewerkstelligen sollen, ist bald schon wieder aufgelöst worden. Sie sei mit der Aufgabe überfordert gewesen. Interimistisch leitete Geschäftsführerin Margrit Bollhalder Schedler das Heim. Seit kurzem ist Isabelle Züllig in dieser Funktion tätig.

Zwischenzeitlich war die Spitex Arbon überbrückend mit ihren Ressourcen eingesprungen. Für die künftigen Anforderungen ist die Genossenschaft nach den vorgenommenen Weichenstellungen nun gut positioniert.

Verwaltung reorganisiert

«Mit der erreichten finanziellen Abstützung der Genossenschaft, der Inbetriebnahme des Pflegeheims Bellevue und der Verwaltungsreform erkläre ich eine eigentliche Epoche als beendet», betonte der langjährige Präsident Paul Fehlmann an seiner letzten Generalversammlung in dieser Funktion.

Denn nicht nur der Betrieb, auch die Verwaltung wurde reorganisiert. Im verkleinerten Verwaltungsrat kam es zu einer grossen personellen Erneuerung. Künftig wird in Ressorts gearbeitet. Zentralisiert werden im operativen Bereich die Administration/Finanzen. Für diese Teilzeitstelle wurde eine Fachkraft angestellt.

Tobler neuer Präsident

Neben Paul Fehlmann, der seit 2000 die Genossenschaft präsidierte und 32 Jahre lang der Verwaltung angehört hatte,

treten Albert Kunz, Karl Schmid, Käthy Keller und Markus Hofer nach teils ebenfalls vielen Amtsjahren aus dem Verwaltungsrat zurück. Mit Beifall wurden sie verabschiedet. Die neue Crew wird präsidiert von Christoph Tobler, der wie Andreas Brüschweiler, Jürg Niggli und Joachim Rother neu im Gremium Einsitz nimmt. Als bisherige Vertreter der Kirchgemeinden gehören ihm Verena Gradenecker (Evangelische) und Rosmarie Wusk-Giger (Katholische) weiterhin an. Und vom Stadtrat hat wie bisher Heidi Wiher-Egger Einsitz.