Neubau rückt in greifbare Nähe

SULGEN. Die Primarschulgemeinde Sulgen will die Schulanlage Oberdorf erweitern. An der ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit für einen Projektwettbewerb.

Maya Mussilier
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Primarschulpräsident Ernst Ritzi wirbt für das geplante Kindergartenprojekt beim Schulhaus Oberdorf in Sulgen. (Bild: Maya Mussilier)

Primarschulpräsident Ernst Ritzi wirbt für das geplante Kindergartenprojekt beim Schulhaus Oberdorf in Sulgen. (Bild: Maya Mussilier)

Es ist nicht der erste Anlauf der Primarschulbehörde Sulgen für einen Doppelkindergarten beim Schulhaus Oberdorf. Vor zwei Jahren stimmten die Schulbürger dem Verkauf des Kindergartens Kapellenstrasse und gleichzeitig einem Projektierungskredit für einen Doppelkindergarten im Oberdorf zu. Das Projekt allerdings wurde knapp abgelehnt. «Wir haben den Auftrag gefasst, ein Raum- und Entwicklungskonzept zu erarbeiten», erklärte Primarschulpräsident Ernst Ritzi an der ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung vom Dienstag.

Donzhausen genügt Bedürfnis

Diesen Auftrag hat die Behörde ernst genommen. Eine Arbeitsgruppe machte eine Auslegeordnung über vorhandene Räumlichkeiten und mögliche Umnutzungen. Beratend stand der Arbeitsgruppe der Weinfelder Architekt Werner Keller zur Seite. Im Abschlussbericht wird festgehalten, dass am Schulstandort Donzhausen die räumlichen Bedürfnisse des derzeit dort geführten Schulbetriebes in allen Teilen genügen.

Die Wohnungen im alten Schulhaus sind auf Grund der Raumgrössen und der Belichtung nicht für schulische Zwecke nutzbar. Die Wohnung im neuen Schulhaus, die einst von der Tagesschule genutzt wurde, wurde ebenfalls geprüft. Da in Donzhausen selbst aber kein aktuelles Bedürfnis nach mehr Schulraum besteht, steht eine Umnutzung nicht zur Diskussion.

Zu wenig Räume im Auholz

Beim Schulstandort Auholz fehlt es zur Zeit an Räumen. Durch den Auszug des Murmelhauses im Februar 2015 entspannt sich die Lage etwas. Der frei werdende Raum wird künftig für die Logopädie und Deutsch als Zweitsprache genutzt. Weiterhin in den Keller verbannt sind die Werkräume, weil nach wie vor der Kindergarten Kapellengasse in den eigentlichen Werkräumen untergebracht ist.

«Die geographische Trennung des Murmelhauses und des Fremdsprachenkindergartens ist auch sonst nicht glücklich, da viel gemeinsam unternommen wird», hielt Behördenmitglied Irma Suter fest. Bleibt der Schulstandort Oberdorf, bei dem es in den Schulhäusern Nord und Süd an geeigneten Gruppenräumen fehlt. Ausserdem habe sich gezeigt, dass weder durch eine Umnutzung der Schulbibliothek, der Schulküche oder der Wohnung im zweiten Stock der Raumbedarf für einen zusätzlichen Kindergarten abgedeckt wird, heisst es im Bericht der Arbeitsgruppe. Beim Kindergarten Gartenstrasse fehlen gemäss den heutigen Anforderungen rund 25 Quadratmeter Fläche.

Unterricht hat sich verändert

In der Diskussionsrunde gab es verschiedene engagierte Voten für und wider eines Kindergartenprojekts. So gab es Votanten, die der Arbeitsgruppe vorwarfen, ihre Aufgabe nicht erledigt zu haben, andere befanden das vorgestellte Raum- und Entwicklungskonzept als durchdacht und gut. Als zur Zeit völlig unnötig bezeichnete der ehemalige Primarschulpräsident Peter Bruggmann die Baupläne. Wie sein Vorgänger Bruno Sacchet vertrat er die Ansicht, dass die Schüler näher zusammenrücken sollen. Früher hätten 380 Kinder die Schule besucht, heute liege die Zahl stabil bei 260 Kindern.

Lehrerin Regula Notter hielt dem entgegen, dass sich die Unterrichts- und Platzbedürfnisse in den letzten zehn Jahren stark verändert hätten. Patrick Frick gab zu bedenken, dass ein Umbau und die Anpassung an die heutigen Anforderungen im Kindergarten Gartenstrasse über 500 000 Franken kosten und gleichzeitig eine Weiterentwicklung verhindern würde. Walter Berger vom kantonalen Amt für Volksschule und der Sulger Gemeindeammann Andreas Opprecht betonten die Wichtigkeit einer guten schulischen Infrastruktur für die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort.

Ja zum Planungskredit

Eine von Willi Hutter beantragte geheime Abstimmung wurde mit 7 zu 88 Stimmen abgelehnt. Von den anwesenden 128 Stimmberechtigten (von 2173) sagten 85 Ja, 21 Nein zum beantragten Planungskredit von 120 000 Franken. Primarschulpräsident Ernst Ritzi zeigt sich überrascht und erfreut über das deutliche Resultat.