Neubau hat Situation entschärft

AMRISWIL. Ein Jahr ist es her, seit die Kinderkrippe Floh ins neue Haus umziehen konnte. Unterdessen haben sich die Abläufe eingespielt. Die Bauabrechnung liegt vor. Der Kostenrahmen von 3,5 Millionen Franken konnte eingehalten werden.

Maya Mussilier
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Nadine Wolfer und Dean Kradolfer blicken auf ein gutes Jahr für das Kinderhaus Floh zurück. (Bild: Maya Mussilier)

Nadine Wolfer und Dean Kradolfer blicken auf ein gutes Jahr für das Kinderhaus Floh zurück. (Bild: Maya Mussilier)

«Wir sind angekommen und fühlen uns einfach richtig wohl», sagt Nadine Wolfer. Seit bald 15 Jahren ist sie Leiterin des Kinderhauses Floh. Vor einem Jahr konnte das neu gebaute Kinderhaus in Betrieb genommen werden. «Die Abläufe haben sich eingespielt, das Team kann sich jetzt wieder voll auf die Arbeit mit den Kindern konzentrieren», freut sie sich. Vorher hätten sie in zwei Häusern Kinder betreut, was die Abläufe schwierig gemacht habe.

Eine leistungsfähige Küche

Auch der für das Kinderhaus Floh zuständige Stadtrat Dean Kradolfer zeigt sich zufrieden. «Das ist kein Vergleich zu den vorher beengten Verhältnissen», sagt er. Im neuen Kinderhaus Floh gebe es auch eine leistungsfähige Küche, so dass es allenfalls sogar möglich sei, auch für andere Kinderbetreuungsinstitutionen zu kochen. «Es gibt eine entsprechende Anfrage», sagt Dean Kradolfer. Vorher habe man teilweise fertige Menus von auswärts beziehen müssen, teils habe man selbst gekocht. Als das im Kinderhaus nicht mehr möglich war, hätten sie mehrere Monate die Küche im alten Kirchgemeindehaus benützt.

Nach weiteren Vorzügen des neuen Hauses gefragt, ist Nadine Wolfer nicht um eine Antwort verlegen. «Wir haben einen grossen Gumpisaal, in dem sich die Kinder auch bei schlechtem Wetter bewegen können. Es gibt einen Mehrzweckraum, den wir für Rhythmiksequenzen oder als Malwerkstatt nutzen.»

Budget eingehalten

Die neuen Räumlichkeiten haben einen weiteren Ausbau des Kinderhauses möglich gemacht. «Wir haben das Kinderhaus mit dem Neubau um einen Drittel vergrössert, weil es uns wichtig war, zukunftsgerichtet etwas zu machen», sagt Dean Kradolfer. Nun zeige sich, dass der Bedarf schon jetzt vorhanden sei. Die Lage habe sich entspannt, es gebe aber keine brachliegenden Reserveräume. «Es gibt zwei neue Gruppen, und auf diesen Sommer haben wir wieder freie Plätze anzubieten», sagt Nadine Wolfer. Vorher gab es nur vier Gruppen und eine Warteliste. Von den 72 bewilligten Plätzen sind derzeit 68 belegt. Insgesamt besuchen 126 Kinder in sechs Gruppen das Kinderhaus. Einige Plätze müssen für Notfälle freigehalten werden. «Es kommt schon öfter vor, dass wir diese Notfallplätze brauchen», sagt Nadine Wolfer.

Für den Neubau inklusive Keller wurden 3,5 Millionen Franken veranschlagt. «Wir können im Rahmen des Budgets abschliessen», freut sich Dean Kradolfer. Der Neubau sei aber für das Kinderhaus Floh wegen der Amortisation eine grosse Belastung. «Es ist so, dass wir die Finanzierungsstruktur werden anpassen müssen.» Dies beinhalte die Tarife. Diese würden im Rahmen umliegender Kinderkrippen angepasst. Die Tarife werden alle drei Jahre überprüft. Diesen Turnus will das Kinderhaus Floh beibehalten. Auch die Trägerschaftsbeiträge müssen angepasst werden. Dean Kradolfer erklärt: «Wir hatten eine Anschubfinanzierung vom Bund. Diese fällt aber ab November dieses Jahres weg.»

Umgebung neu gestalten

Die Zukunft des Kinderhauses Floh sieht Dean Kradolfer darin, dass man es in bewährter Form weiterführt und wo nötig optimiert. Die Umgebungsgestaltung wird sicher noch ein Thema sein. Man habe mit diesem Bereich noch zugewartet, weil noch nicht klar sei, wo das Migros-Provisorium genau hinkomme, und weil Anpassungen beim Radolfzellerpark geplant seien.