Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neu auch Ausländer dabei: Streit um Kreuzlinger Jungbürgerfeier

KREUZLINGEN. Die Kreuzlinger Jungbürgerfeier bekommt ein neues Konzept. Sie heisst jetzt Volljährigkeitsfeier, und auch die ausländischen Jugendlichen sind mit dabei. Die SVP hat bereits Bedenken angemeldet.
Martina Eggenberger Lenz

Wenn demnächst die Einladungen für die Jungbürgerfeier verschickt werden, gehören auch die jungen Erwachsenen mit ausländischem Pass zu den Adressaten. Die Stadt hat nämlich eine Konzeptänderung beschlossen: Das Fest richtet sich nicht mehr nur an die Schweizer Jungbürger, sondern neu an alle, die 18 Jahre alt werden.

Das stösst SVP-Gemeinderätin Irene Herzog sauer auf. «Jetzt gibt es eine Multikulti-Party auf Kosten der Stadt, und die Schweizer Bürger werden diskriminiert.»

Feier in zwei Teilen

Stadtammann Andreas Netzle sieht das nicht so. Die Jungbürgerfeier bleibe bestehen. Sie werde lediglich ergänzt durch die Volljährigkeitsfeier. Für die Jungbürger ändere sich nichts. Sie erhielten wie bis anhin im Rathaus ihre Urkunden und würden auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen. Bei diesem ersten Teil der Feier sind die Ausländer Zuschauer. Danach geht man zum gemeinsamen geselligen Teil mit Essen und Breakdance-Show über. «Wir wollen den ausländischen Jugendlichen signalisieren, dass sie auch dazugehören», sagt Netzle. Bei einer Bevölkerungsstruktur mit über 50 Prozent Ausländern sei dieses Zeichen richtig. Und schliesslich bringe die Volljährigkeit an sich auch neue Rechte und Pflichten. Der Stadtammann denkt zum Beispiel an Mündigkeit, verantwortungsbewusstes Handeln oder die Möglichkeit, die Autoprüfung zu absolvieren.

Leidet die Ernsthaftigkeit?

Irene Herzog hat für die Argumente kein Verständnis: «Die Ausländer müssen doch nicht überall dabei sein.» Als sie als Fraktionspräsidentin die Einladung erhalten habe, sei sie schon beim Titel stutzig geworden. «Der Erhalt des Stimm- und Wahlrechts ist etwas Besonderes. Ich befürchte, dass die Ernsthaftigkeit leidet, wenn der Anlass zur Volljährigkeitsfeier ausgeweitet wird.»

Dass die Stadt die Jungbürgerfeier finanziert, findet Irene Herzog richtig. Kultur und Tradition seien wichtig, und an die Jungbürgerfeier erinnere man sich gerne zurück. Die Volljährigkeitsfeier sei aber wohl eine Party wie viele andere auch.

Nur jeder vierte kommt

Stadtammann Andreas Netzle ist sich sicher, dass die Jugendlichen kein Problem damit haben, dass alle zusammen feiern. «Vielleicht kommen sogar mehr als sonst, wenn die Schweizer jetzt ihre Kolleginnen und Kollegen mitnehmen können.» Es gebe in anderen Gemeinden längst solche Volljährigkeitsfeiern. In den letzten Jahren nahmen 20 bis 30 junge Erwachsene an der Jungbürgerfeier teil. Eingeladen waren jeweils rund 100. Es kommt also etwa ein Viertel.

Dieses Jahr werden 221 Einwohner 18 Jahre alt, 105 Schweizer und 116 Ausländer. Netzle rechnet mit Mehrkosten von einigen hundert Franken, wenn nun die Teilnehmerzahl steigt. Die Feier findet am 18. November statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.