Nervensägen und Jammertanten

Der Bernerverein bietet am Samstag, 12. November, einen Theaterabend, dessen Wendungen das Publikum mitfiebern lassen.

Hedy Züger
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Die sechs Spieler des Theaterstücks: Holger Thomaneck, Sonja Bräker, Lilo Hugi, Roswitha Widmer, Claudine Métral und Thomas Eberle. (Bild: Hedy Züger)

Die sechs Spieler des Theaterstücks: Holger Thomaneck, Sonja Bräker, Lilo Hugi, Roswitha Widmer, Claudine Métral und Thomas Eberle. (Bild: Hedy Züger)

ARBON. «Ich heisse Hugentobler und verkaufe nur die Marke Jaguar», ruft der Autoverkäufer mit der roten Fliege ins Publikum. Holger Thomaneck alias Oskar Hugentobler ist einer der sechs Spieler im «Schuehmacher Lädermaa», mit dem der Bernerverein nächsten Samstag zum zweitenmal Humor und gehörigen Zorn über «gewisse Leute» verbreiten wird.

Unterschiedliche Charaktere

Der Dreiakter ist insofern nicht alltäglich, als eine alte Tante einem jungvermählten Paar so maliziös wie inakzeptabel die Zweisamkeit verdirbt. Dabei träumt die junge Schuhmachersgattin Nicole, gespielt von Sonja Bräker, von einer Reise, möglichst nach Kanada, mindestens aber auf die «Kanarischen». Sicher mit dem Mann ihrer Träume, aber bestimmt «ohne diese Nervensäge».

Der Schuhmacher allerdings, dargestellt von Thomas Eberle, kann die verwandtschaftlichen Ketten nicht abwerfen, er unterliegt dem Helfersyndrom. Die cholerische Tante Frieda Chifler, gespielt von Lilo Hugi, bringt ihre Todessehnsucht im gleichen Satz unter wie den Wunsch, hundertjährig zu werden. Vor allem kritikastert, simuliert und jammert sie den lieben langen Tag lang.

Ein überraschendes Ende

Wohltuende Harmonie bringt die Schwiegermutter, Claudine Métral, in die Häuslichkeit. Ein früheres Schätzchen des Schuhmachers, Vreni Lieb, alias Roswitha Widmer, wagt den Versuch einer Rückführung in ihre Liebesarme, sie prallt an der Treue des jungen Mannes ab.

Die junge Gattin packt entschlossen den Reisekoffer. Die alte Tante verhandelt in einer der witzigsten Szenen auf luxuriösem Niveau mit dem Autoverkäufer. Drei Haustiere ziehen ein. Das attraktive Schätzchen taucht auf.

Das Publikum ist gespannt, wie sich die Überraschungen entwickeln – und wird dann am Ende nochmals richtig frech hereingelegt.

Aufführung: Samstag, 12. November, katholisches Pfarreizentrum Saalöffnung 19 Uhr Regie: Niklaus Hugi