Nein zu neuem Kindergarten

WIGOLTINGEN. Die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Wigoltingen lehnten am Donnerstagabend den Kredit über 4,2 Millionen Franken für einen Neubau des Kindergartens knapp ab.

Rudolf Steiner
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Die Architekten Hanspeter Klein und Hansjörg Müller versuchen, ihr Projekt den Anwesenden zu erklären. (Bild: Rudolf Steiner)

Die Architekten Hanspeter Klein und Hansjörg Müller versuchen, ihr Projekt den Anwesenden zu erklären. (Bild: Rudolf Steiner)

Auf der Traktandenliste mangelte es nicht an Brisanz. Das zeigte schon die Präsenz von 112 Stimmberechtigten an der Schulbürgerversammlung der Volksschulgemeinde Wigoltingen am Donnerstagabend. «Es freut mich, dass heute abend dreimal so viele Stimmbürger und -bürgerinnen wie sonst üblich an die Versammlung gekommen sind», sagte Schulpräsidentin Rita Reutimann denn auch gut gelaunt zu Beginn der Versammlung zu den Anwesenden.

Projekt eins fällt schon früh raus

Tatsächlich schien das brisanteste Traktandum an diesem Abend, der von der Schulbehörde beantragte Baukredit von rund 4,2 Millionen Franken für den Bau eines neuen Dreifachkindergartens, die Stimmbürger und -bürgerinnen brennend zu interessieren. Die Vorarbeiten für den Neubau als Ersatz für den Kindergarten Haldengüetli begannen bereits 2012 mit einer Machbarkeitsstudie. Eine Sanierung des zu kleinen und funktionell nicht mehr genügenden «Haldengüetli» kam aus Kostengründen nicht in Frage. Diesen Sommer an der Schulgemeindeversammlung sagten die Wigoltinger Stimmbürger dann Ja zum Kindergartenneubau und bewilligten den Planungskredit von 230 000 Franken.

So konnten am Donnerstagabend die beiden Architekten Hanspeter Klein und Hansjörg Müller vom gleichnamigen Architekturbüro in Kreuzlingen die drei detaillierten Projekte vorstellen. Wobei das erste Projekt mit dem leicht geneigten Dach zum Vornherein nicht zur Diskussion stand, da es wegen der Dachform den Bauvorschriften nicht entsprach und deshalb zurückgezogen wurde. Somit hatte der Souverän nur noch zwischen dem Neubau mit Satteldach oder Walmdach zu entscheiden.

Diskussion um die Dachform

In der lebhaften und engagierten Diskussion ging es dann in erster Linie um die Dachform und die Fassadenverkleidung aus Lärchenholz. Schulpräsidentin Rita Reutimann und die beiden Architekten versuchten Befürchtungen und Ängste mit plausiblen Begründungen zu entkräften, hatten aber bei den vielen Einwänden einen schweren Stand. Denn während für einige Stimmbürger die Holzfassade zu wenig wettergeschützt ist, bemängelten andere den Zu- und Abgang des Raums im oberen Stock ins Freie und einigen waren die zu wenigen Parkplätze sowie die Zufahrt zum Gebäude ein Dorn im Auge.

In der zweiten, nach einem Antrag modifizierten Abstimmung entschieden sich 24 für Projekt zwei mit Satteldach, 22 für Projekt drei mit Walmdach und 18 für beide Varianten. Bei der alles entscheidenden Abstimmung über den Baukredit von 4,145 Millionen Franken stimmten 52 für und 58 gegen das Projekt.

Das erste abgelehnte Projekt

Damit steht die vom Entscheid überraschte Schulbehörde zusammen mit der Baukommission vor einem Scherbenhaufen, zudem sind die Projektierungskosten von 230 000 in den Sand gesetzt. «Ich glaube, das ist das erste abgelehnte Projekt in meiner beruflichen Laufbahn», sagte am Schluss der mehr als zwei Stunden dauernden Versammlung ein verdutzter Architekt Hanspeter Müller.