«Nein sagen ist keine Alternative»

Am Wochenende stimmt Amriswil über das Kreditbegehren für den Bau des Kreisels Alleestrasse ab. Für den Verkehrskommissionspräsidenten André Schlatter ein wegweisender Moment in Sachen Verkehr.

Rita Kohn
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André Schlatter (Bild: Hanspeter Schiess)

André Schlatter (Bild: Hanspeter Schiess)

«Ich wüsste nicht, wie wir das Zentrum anders entlasten könnten», sagt Stadtrat André Schlatter, der die örtliche Verkehrskommission präsidiert. Der Blick auf den Teilrichtplan Verkehr zeigt, dass der geplante Kreisel Weinfelder-/Alleestrasse einen wichtigen Knoten in der beabsichtigen Verkehrspolitik darstellt. «Es ist der einzige Ort, an dem eine Vernünftige Lösung für Abbieger Richtung Osten möglich ist», ist Schlatter überzeugt. «Sagt die Bevölkerung Nein, bleibt alles beim Alten. Eine Entlastung über andere Varianten ist nicht absehbar.»

Kritische Stimmen

Tatsächlich haben sich in den letzten Wochen einige kritische Stimmen gegen den Kreisel geregt. Einige der Kritiker bemängelten die Informationspolitik. Dafür hat André Schlatter wenig Verständnis. «Wir haben aus der Planung nie ein Geheimnis gemacht.» Schon bei der Auflage des Teilrichtplanes vor einigen Jahren sei dieser Kreisel einzeichnet gewesen. «Der Plan ging damals an alle Parteien zur Vernehmlassung.

» Nachdem er gültig wurde, haben sich der Stadtrat wie auch der Kanton konsequent daran orientiert. «Wir haben die Rütistrasse zurückgestuft und die Alleestrasse neu zur Kantonsstrasse gemacht.» Dies im Hinblick auf den Kreisel, der dem Zentrum etwas Luft verschaffen soll.»

«Spinne» entflechten

Verbunden mit diesen Massnahmen ist die Entflechtung der «Strassenspinne» vor der katholischen Kirche.

Durch die neue Strassenführung wird die Situation nicht nur für den motorisierten Verkehr übersichtlicher, sondern auch für die Fussgänger. Die Umwandlung der Rütistrasse zur Einbahnstrasse wie auch die Aufwertung der Alleestrasse machen möglich, was von vielen Kirchgängerinnen und Kirchgängern, aber auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern schon eine ganze Weile gewünscht worden ist. All dies sei Teil des Verkehrskonzeptes und stehe mit dem geplanten Kreisel in direktem Zusammenhang.

Noch nicht ganz definiert ist die künftige Querung der Alleestrasse im Bereich Egelmoosstrasse. Auf vielfachen Wunsch habe man das Projekt hier noch einmal zurück gewiesen, um eine bessere Lösung für die Velofahrer zu finden, sagt André Schlatter. Er rechnet aber nicht damit, dass die neue Führung des Verkehrsflusses zu einer problematischen Situation für den querenden Verkehr führen wird.

Verkehr bleibt

Der Kreisel trage zwar zur Entlastung des Zentrums bei, er verringere den heute durch Amriswil rollenden Verkehr aber keineswegs, warnt André Schlatter vor falschen Vorstellungen. Gleichzeitig winkt er aber ab, wenn Angst vor zusätzlichen Staus zwischen dem nun geplanten Kreisel Alleestrasse und dem künftigen Kreisel Pentorama aufkommt. «Es wird auf keinen Fall mehr Staus geben, als heute schon», sagt er.

Im Gegenteil: Der Kreisel entlaste den Transitverkehr insofern, als dass Linksabbieger künftig nicht mehr als Hindernis zur Staubildung beitragen würden.

Längere Wartezeit

Als Präsident der Verkehrskommission – aber auch als direkter Anwohner des künftigen Kreisels – hofft André Schlatter auf die Bereitschaft der Stimmberechtigten, die eingeschlagene Verkehrspolitik mitzutragen.

«Wenn die Amriswilerinnen und Amriswiler den Kredit jetzt ablehnen, wird es sehr lange dauern, bis das Projekt wieder auf den Tisch kommt», befürchtet er. Denn Bauherr sei der Kanton. Und der stelle die Verkehrsanliegen von Amriswil erst einmal zurück, wenn er feststellen müsse, dass die Bevölkerung nicht hinter den Neuerungen stünde. «Nein sagen ist keine Alternative», sagt Schlatter deshalb.

«Damit wäre weder das Verkehrsproblem im Zentrum gelöst, noch gäbe es Raum, um neue Lösungen zu finden.» Ein Blick auf den Plan zeige, dass es zum Kreisel Alleestrasse keine echte Alternative gebe. «Wir können die Leute, die nach Osten abbiegen möchten, nirgends sonst durchleiten.» So oft gelobt werde, dass Amriswils Zentrum dank der zentralen Einkaufszentren so lebendig geblieben ist, so oft werde auch vergessen, dass die Einkaufszentren mit Immissionen verbunden sind. «Man kann nicht das eine haben und das andere nicht akzeptieren wollen.»

Gross genug

Bedenken, dass der Kreisel mit 28 Metern Durchmesser vor allem für den Schwerverkehr ein Problem darstellen könnte, hat André Schlatter nicht. Natürlich sei er eng bemessen, gibt er zu. Aber die 28 Meter, die vom Kanton als untere Limite festgelegt worden sind, reichten aus, um auch dem Schwerverkehr gerecht zu werden.

Da es sich hier um eine Transitachse handle – und diese Situation wird sich noch für eine längere Zeit kaum ändern – habe der Kanton bei der Planung sehr gut drauf geachtet, keine künftigen Hindernisse zu schaffen.

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