Naturreservat feiert Geburtstag

Seit 30 Jahren gibt es in Romanshorn ein 5,4 Hektar grosses Naturschutzgebiet von mittlerweile nationaler Bedeutung. Am Samstag können sich Interessierte im normalerweise unzugänglichen Gelände umsehen – und viel lernen.

Merken
Drucken
Teilen
Hochlandrinder weiden seit 2008 im Naturschutzgebiet. (Bild: pd)

Hochlandrinder weiden seit 2008 im Naturschutzgebiet. (Bild: pd)

ROMANSHORN. Zwischen SBS Schiffswerft und Aach liegt das letzte Stück natürlicher Seeanstoss in Romanshorn. Das Gelände ist ursprünglich Teil des SBB-Areals. Es dient als Abstellraum und Ablagerungsgebiet für unbrauchbar gewordenen Bahnschotter. Zwischen 1975 und 1983 stellen es die SBB ihren Mitarbeitern auch für Familiengärten zur Verfügung, die aber der Friedrichshafnerstrasse als Zugang zum damals neuen Fähreanlegeplatz weichen müssen. Seit 1985 ist das 5,4 Hektar grosse Gelände ein Naturschutzgebiet – als Kompensation für den Bau des neuen SBB-Hafens.

Vorträge und Führungen

Seit Jahr und Tag pflegt der Vogel- und Naturschutz Romanshorn und Umgebung (VNSRo) das Schutzgebiet. Am kommenden Samstag lädt er Behörden und Bevölkerung von 10.30 bis 16.30 Uhr zu einem Augenschein ein. Es gibt Vorträge, Führungen und ein spezielles Programm für Kinder.

Raimund Hipp, Leiter Abteilung Natur und Landschaft des Kantons Thurgau, zeigt die Entwicklung vom einstigen Schongebiet zum Naturschutzgebiet beziehungsweise Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung auf. Reservatsbetreuer Max Hilzinger führt Interessierte durchs Gelände und gibt Informationen zu Pflanzen und Tieren sowie deren Lebensraum. Guido Leutenegger von «Natur Konkret» berichtet über die Vorzüge der Beweidung von Naturschutzflächen mit schottischen Hochlandrindern. Philip Taxböck von «Hallo Biber! Ostschweiz» bringt die Lebensweise und Entwicklung des besten Lebensraumgestalters näher.

Herbstmarkt und Festzelt

Im Kinderprogramm – auch für Erwachsene interessant – zeigt Margie Koster, Gewässerbiologin vom Amt für Umwelt, wie sich das Leben am und im Wasser abspielt. Am Herbstmarkt werden regionale Produkte angeboten. Im Festzelt gibt es Wurst oder einen Risotto. (red.)

Weg zum Naturschutzgebiet: Zu Fuss auf der Hafenseite hinter dem Bahnhof ostwärts ca. 800 m den Wegweisern folgen. Vorbei an Lastwagenzoll und SBS-Schiffswerft bis zum Eingangstor. Mit dem Auto fährt man Richtung Autofähre bis nach der Brücke über die Gleise.