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Nationen, die Blumen eines Gartens

Romanshorn ist Sitz der UNO. Wie kommt das? Naja, das Nationenfest, das am vergangenen Samstag stattfand, ist formell als Verein organisiert. Also ist es genau genommen das Fest der Verein-ten Nationen!
Mark Kilchmann-Kok

Romanshorn ist Sitz der UNO. Wie kommt das? Naja, das Nationenfest, das am vergangenen Samstag stattfand, ist formell als Verein organisiert. Also ist es genau genommen das Fest der Verein-ten Nationen!

In diesem Kalauer steckt auch ein Körnchen Ernst. Ich habe nämlich das grosse Vorbereitungskomitee des Nationenfestes seit einigen Jahren als Mitwirkender erleben dürfen. Das «Verein-te», das Gemeinsame, ist tatsächlich Bestandteil seiner Arbeitskultur. Was das Publikum des Festes vielleicht nur am Rande mitbekommt – wenn die Mitglieder des «OKs» auf der Bühne gemeinsam das Nationenfestlied singen –, wirkt nämlich auch bei der Vorbesprechung und Planung, beim Auf- und Abbau: Die Mitwirkenden lernen einander kennen, es sind sogar freundschaftliche Beziehungen entstanden, sie unterstützen einander vor und während des Festes.

Das Publikum besucht das Fest wohl in erster Linie, weil es die Gelegenheit bietet, auf kleinstem Raum einen einmaligen Mix der Kulturen zu erleben (sehr schön kam dies heuer auch im Auftritt des Chors ohne Grenzen zum Ausdruck). Die Besucherinnen und Besucher geniessen das lebensfrohe Bühnenprogramm und die kulinarischen Leckerbissen. Anders formuliert: Sie erfreuen sich mit allen Sinnen an der Vielfalt der Kulturen.

Diese Freude ist eine natürliche, positive Reaktion des Menschen – wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass es auch Reaktionen wie Angst oder Ablehnung vor dem «Fremden» geben kann. Aber: Ist Freude nicht viel lebenswerter? Besonders schön ausgedrückt, finde ich, ist es im Gleichnis der Bahá'i-Schriften, wonach die Menschen wie «die Blumen eines Gartens» sind – gerade weil in einem Garten die Blumen «nach Art, Farbe, Form und Gestalt verschieden sind», «erhöht die Vielfalt ihren Reiz und steigert ihre Schönheit». Wie langweilig und öde wäre es, wenn alle Blumen gleich aussähen! Dieses Gleichnis und das Beispiel des Nationenfestes mögen uns motivieren, uns in Zeiten wachsender Angstmacherei und Hervorhebung des Negativen für die Freude zu entscheiden und die Vielfalt zu feiern.

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