Narren proben für den Ernstfall

Die Narrengesellschaft Emmishofen (NGE) hat in der Hauptprobe bewiesen, dass sie für die Premiere am kommenden Freitag gewappnet ist. Das Programm ist vielversprechend und die Bühnenbilder sind sehenswert.

Ursula Gasser
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Verwandlung: Markus Baiker macht sich für die Probe fertig. Die Perücke sitzt. (Bild: Benjamin Manser)

Verwandlung: Markus Baiker macht sich für die Probe fertig. Die Perücke sitzt. (Bild: Benjamin Manser)

KREUZLINGEN. Frisur und Kostüm sitzen perfekt, der Text noch nicht ganz – es ist die Hauptprobe, der Ernstfall folgt nächsten Freitag. Ernst wird es aber in keiner Weise, denn am Lachen erkennt man einen Narren, so lautet ein Sprichwort. Und etwas zu lachen wird an der Narren Nightshow ganz bestimmt jeder haben. Auch wenn der eine oder andere Politiker vor allem über sich selbst wird lachen müssen. Auch dieses Jahr haben die Narren ihre ganze Kreativität ausgelebt und ein von unzähligen Narreteien durchtränktes Programm zusammengestellt.

Noch ein Geheimnis

«Am besten gefällt mir der letzte Block», sagt Roger Cotting, der seit 1971 bei den Emmishofer Narren Mitglied ist. Doch gerade worum es in diesem letzten Block geht, soll geheim bleiben. «Wir haben wie jedes Jahr eine Überraschung auf Lager. Dieses Jahr wird es etwas mit Ausserirdischen zu tun haben, so viel darf ich verraten.»

Eine andere Überraschung ist dieses Jahr auch der Aufbau des Programms. Die Show steht nicht wie üblich unter einem einzigen Motto, sondern ist in drei Blöcke aufgeteilt. «Dies gibt mehr Freiheiten in der Themenwahl», begründet der Narrenpräsident Markus Baiker die Änderung. Im ersten Block wird es um das Thema «Fliegen» gehen. «Fly away with NGE», lautet der Titel. Der zweite Block ist dann dem städtischen Treiben gewidmet und der Inhalt des dritten Blockes soll wie gesagt geheim bleiben.

Gemeinsamkeiten zwischen den Blöcken gibt es dennoch: Jeder Block enthält eine Schnitzelbank sowie Lieder mit selbstgedichteten Texten und witzige Dialoge, die durchaus auch zum Denken anregen – wie zum Beispiel der Narr, welcher mit einer ganzen Palette in Konstanz erstandener Babywindeln auf der Bühne auftaucht.

Und noch eine Gemeinsamkeit lässt sich feststellen: Die Narren haben jeden Programmteil bis ins letzte Detail durchdacht und mit grossem Einsatz alle Bühnenbilder und Kostüme entworfen, gezimmert und genäht.

Zum 47. Mal Bühnenbildner

Peter Schmidlin ist gelernter Schaufensterdekorateur und schon seit langem aktives Mitglied bei den Narren. Er hat das Bühnenbild entworfen. Das Skizzieren der Kulisse macht ihm Spass, doch: «Ich mache es schon fast zu lange. Dieses Jahr ist es schon das 47. Mal.» Trotzdem fehlt es ihm bis heute nicht an kreativen Ideen. Da ist zum Beispiel der Sternenhimmel mit tausend Lichtern, welcher in unzähligen Stunden intensiver Arbeit in der Schreinerei Raschle angefertigt wurde. Das Bauen der Bühnenbilder ist ein Gemeinschaftswerk aller Narren.

Die Narren freuen sich sehr auf ihren Auftritt. «Nur ein bisschen heiss ist es unter dem dicken Kostüm», beklagt sich ein Narr bei der Hauptprobe.

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