Näher zu Thurgau Tourismus

Ermatingen und Gottlieben steigen Ende des nächsten Jahres aus dem Verein Tourismus Untersee aus. Beide Gemeinden wollen ihre Kräfte auf die rein schweizerischen Organisationen konzentrieren.

Urs Brüschweiler
Drucken
Rosmarie Obergfell Gemeinderätin Gottlieben (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Rosmarie Obergfell Gemeinderätin Gottlieben (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

ERMATINGEN. «Die jährlichen Beiträge für Tourismus Untersee stehen heute kaum mehr in einem vernünftigen Verhältnis zum daraus resultierenden Ertrag», schreibt der Ermatinger Gemeinderat in einer Mitteilung und kündigt an, dass das Dorf per Ende 2016 aus dem grenzüberschreitenden Verein austreten werde.

Den selben Entscheid hat auch Gottlieben gefällt, die einzige andere Mitglieds-Gemeinde aus dem Bezirk Kreuzlingen. In der Organisation sind heute 14 Gemeinden vertreten, davon sind 8 aus der Schweiz.

Wenig deutsche Urlauber

Ermatingen, immerhin Gründungsmitglied des grenzüberschreitenden Tourismusvereins, sieht sich bei Thurgau Tourismus besser aufgehoben und möchte bestehende Doppelspurigkeiten deshalb aufheben. «Unsere Region wird von Thurgau Tourismus heute deutlich besser vermarktet als noch früher», sagt Gemeindepräsident Martin Stuber. Und die Bedeutung der beiden Organisationen und die Beiträge, die man zu zahlen habe, klafften auseinander. Ermatingen zahlt an Tourismus Untersee (inklusive der Koordinationsstelle der Schweizer Seite) jährlich insgesamt rund 15 000 Franken, bei Thurgau Tourismus sind es 2700 Franken. Auch die geographische Ausrichtung des Marketings war Ursache. Deutsche führen – nicht zuletzt wegen der Preisunterschiede – kaum ans Schweizer Ufer in den Urlaub. Der Bodensee sei in Deutschland eine Erstklass-Inlanddestination. «Wir sehen unser Potenzial bei Schweizer Touristen, welche die Schönheiten der Region entdecken», sagt Stuber. «Hier wollen wir künftig mehr investieren.»

Zwei andere Organisationen

Gottlieben hat ähnliche Gründe für seinen Austritt aus dem Verein Tourismus Untersee. «Wir sind ganz am Rand des Gebietes», sagt Gemeinderätin Rosmarie Obergfell. Der Verein mache seine Arbeit zwar gut, aber man habe in Gottlieben relativ wenige Leistungsträger. Die Gemeinde am Seerhein ist zudem Mitglied bei Kreuzlingen Tourismus und bei Thurgau Tourismus. «Die können mehr bewirken.» Gottlieben zahlt heute rund 6000 Franken pro Jahr an Tourismus Untersee.

Rosmarie Obergfell Gemeinderätin Gottlieben

Rosmarie Obergfell Gemeinderätin Gottlieben

Aktuelle Nachrichten