Nachgefragt

«Der Boom wird abnehmen» Gestern sagten die Kreuzlinger Stimmberechtigten Ja zur Freihaltung des Landes zwischen den Schlössern. Das Resultat wird als Signal des Bürgers gegen die fortschreitende Bautätigkeit in der Stadt gewertet.

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Michael Dörflinger (Bild: ubr)

Michael Dörflinger (Bild: ubr)

«Der Boom wird abnehmen»

Gestern sagten die Kreuzlinger Stimmberechtigten Ja zur Freihaltung des Landes zwischen den Schlössern. Das Resultat wird als Signal des Bürgers gegen die fortschreitende Bautätigkeit in der Stadt gewertet. Der zuständige Stadtrat Michael Dörflinger glaubt aber, dass der Bauboom nicht ewig anhalten wird.

Noch bis zum 30. November befindet sich der kommunale Richtplan in der Vernehmlassung. Was spielt er für eine Rolle, wenn man an künftige Bauprojekte denkt?

Der neue Richtplan verzichtet auf neue Bauzonen. Der Schwerpunkt liegt bei der baulichen Verdichtung im innerstädtischen Bereich. Als Gegenstück dazu gibt es Strukturerhaltungsgebiete, zum Beispiel im Quartier Bodan, wo die Ausnützung eher heruntergesetzt werden muss.

Darf man das so verstehen, dass Neubauprojekte in mittlerer Zukunft weniger werden?

Der Boom wird automatisch abnehmen, da es praktisch keine grösseren zusammenhängenden Gebiete mehr gibt.

Wie viel Baulandreserven gibt es denn noch?

Theoretisch gibt es noch einige Flächen in der Stadt, die bebaut werden dürften. Konkret gibt es noch für ein paar tausend Einwohner Platz. Aber es ist ja nicht gesagt, das alles auch ausgenützt werden wird.

Sieht man sich nach diesem Volksentscheid veranlasst, generell etwas zu unternehmen?

So wie es im neuen Richtplan vorgespurt wird, soll es dann später mit einem neuen Zonenplan auch eigentümerverbindlich umgesetzt werden. Eine Hauruckübung oder irgendwelche Baustops sind jetzt rechtlich nicht möglich. Obwohl durchaus eine Skepsis gegen den Bauboom spürbar ist, sind solche Interpretationen gefährlich. (ubr)