Nachgefragt

«Neukirch ist kein Einzelfall» Ausschliesslich mit Spendengeldern will die Evangelische Kirchgemeinde Neukirch an der Thur ihr Projekt «Jugendarbeit mit Perspektive» finanzieren (Tagblatt, 25. März).

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Wilfried Bührer Präsident des Kirchenrats

Wilfried Bührer Präsident des Kirchenrats

«Neukirch ist kein Einzelfall»

Ausschliesslich mit Spendengeldern will die Evangelische Kirchgemeinde Neukirch an der Thur ihr Projekt «Jugendarbeit mit Perspektive» finanzieren (Tagblatt, 25. März). Kirchenratspräsident Wilfried Bührer steht dem Vorhaben wohlwollend gegenüber, er warnt aber auch vor Gefahren.

Ist das Vorgehen der Neukircher Vorsteherschaft etwas Neues oder gibt es im Thurgau Vergleichbares?

Ein Einzelfall ist es keineswegs. Als Paradebeispiel kann Berg genannt werden, wo nicht nur die Jugendarbeit selbst, sondern auch der benötigte Raum, ein Pavillon, mittels Spenden finanziert wird. Auch in Bischofszell wird etwas in dieser Richtung angedacht.

Was hält denn der Kirchenrat davon?

Grundsätzlich bewerten wir das positiv, zumal eine Spende nicht nur von materiellem Nutzen ist.

Wer Geld zur Verfügung stellt, tritt automatisch in eine engere Beziehung zu der von ihm unterstützten Institution, was erfreulich ist. Neu ist diese Praxis ohnehin nicht. Vor Jahrzehnten war es durchaus üblich, etwa den Kirchenschmuck auf diese Weise zu finanzieren.

Für Sie ist dieses Vorgehen demnach völlig unproblematisch?

Sofern das Sammeln der Spenden nicht auf penetrante Art und Weise geschieht, habe ich keine Bedenken. Verhindert werden muss, dass ein zweites Machtzentrum entsteht und die Kirchenvorsteherschaft Kompetenzen einbüsst. Der Förderverein darf einzig dazu dienen, Geld zur Finanzierung der Jugendarbeit zu sammeln. (st)

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