Nachgefragt

Aufruhr wegen «Abwrackprämie» «Abwrackprämie für Unterhosen» – das muss ein April-Scherz sein, dachten viele, als sie am 1. April die Pressemitteilung von ISA Bodywear lasen. Tatsache ist: Wer im Fach- oder Grosshandel vom 1. bis 4.

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Andreas Sallmann Chef ISA Sallmann AG

Andreas Sallmann Chef ISA Sallmann AG

Aufruhr wegen «Abwrackprämie»

«Abwrackprämie für Unterhosen» – das muss ein April-Scherz sein, dachten viele, als sie am 1. April die Pressemitteilung von ISA Bodywear lasen. Tatsache ist: Wer im Fach- oder Grosshandel vom 1. bis 4. April eine neue Unterhose dieser Marke kaufte, erhielt für jedes herausgeschnittene Etikett einer beliebigen alten Unterhose drei Franken. Andreas Sallmann, Chef der ISA Sallmann AG, denkt gar an eine Wiederholung der Aktion.

Herr Sallmann, klären Sie uns auf: War die «Abwrackprämie» für alte Unterhosen nur ein Scherz?

Nein. Im Grundgedanken war es zwar schon ein April-Scherz, die Läden, die unsere Produkte führen, nahmen vom 1. bis 4. April aber tatsächlich Unterhosen-Etiketten entgegen. Wie ich erfahren habe, herrschte bei unseren zwei grössten Kunden deswegen ein ziemlicher Aufruhr. Ein Kunde schickte uns seine hervorragende Umsatzstatistik vom 1. April, mit der Anmerkung, dass unsere PR-Aktion ihren Teil dazu beigetragen habe. Wie viele Konsumenten genau von der «Abwrackprämie» Gebrauch machten, kann ich noch nicht sagen. Unsere Kunden – wie beliefern je zur Hälfte Fach- und Grosshandel – haben bis am 20. April Zeit, uns die Etiketten zuzusenden.

Wieso wussten so viele Konsumenten von der Aktion?

Wir schickten die Pressemitteilung an die Medien in der ganzen Deutschschweiz. Zudem warben wir in einer nationalen Gratiszeitung für die Aktion. Ich erhielt etliche Telefone deswegen, mit sehr positivem Grundtenor. Zusammen mit unseren Kunden überlegen wir uns nun eine Wiederholung der Aktion, hat sich doch deutlich gezeigt, dass eine «Abwrackprämie» marketingmässig eine gute Sache ist.

Wirtschaftskrise in aller Munde: Wie nötig hat Ihre Branche eine «Abwrackprämie»?

Nötig haben wir sie bis jetzt noch nicht. Die Bekleidungsbranche ist von der Krise nicht so stark betroffen, wie die Textiler, Weber oder Stricker. Diesen geht es ganz mies. Das erste Quartal 2009 war ein gutes für unser Unternehmen. Dies vor allem deshalb, weil wir eine neue Max-Havelaar-Unterwäsche-Linie herausbringen. Diese Produkte sind zwar etwas teurer, dafür sind faire Anbaubedingungen garantiert.

Wie lautet Ihr Rezept, um der Krise zu widerstehen?

Man muss gute Qualität liefern, innovativ, flexibel und verdammt schnell sein. Will der Kunde etwas, muss man sofort liefern. Darin liegt die Stärke unseres vergleichsweise kleinen Unternehmens: Wir können sehr schnell reagieren.

Interview: Roger Häni