Nachgefragt

«Toleranz nicht unendlich» Unruhe in der evangelischen Kirchgemeinde wegen des angekündigten Abgangs von Kantorin Annedore Neufeld (das Tagblatt berichtete).

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Ruedi Rinderknecht evangelischer Kirchenpräsident

Ruedi Rinderknecht evangelischer Kirchenpräsident

«Toleranz nicht unendlich»

Unruhe in der evangelischen Kirchgemeinde wegen des angekündigten Abgangs von Kantorin Annedore Neufeld (das Tagblatt berichtete). Kirchenpräsident Ruedi Rinderknecht über Ruedi Sondereggers Entscheid, deswegen nicht mehr in der Kirchgemeinde mitzuarbeiten, sowie Toleranz bezüglich Abwesenheiten der Kantorin.

Herr Rinderknecht, Sie hatten

auf Ruedi Sondereggers Gang

an die Öffentlichkeit gesagt, Sie äusserten sich nicht zu seinem Rücktritt aus der Synode, bis Ihnen ein offizielles Schreiben vorliege. Haben Sie es mittlerweile?

Ja, das Schreiben ist bei mir eingetroffen.

Was sagen Sie dazu, dass

Ruedi Sonderegger wegen des bevorstehenden Abgangs von Kantorin Annedore Neufeld aus Romanshorn jede Form der Mitarbeit für die Kirchgemeinde einstellt?

Ich habe mit Ruedi Sonderegger nach dem Erhalt seines Schreibens noch nicht sprechen können. Ein Stück weit kann ich seine emotionale Betroffenheit wegen des Weggangs der Kantorin durchaus nachvollziehen. Die Schlussfolgerung, die er daraus zieht, muss er mir bei Gelegenheit aber noch genauer erklären, diese verstehe ich nicht ganz.

Ruedi Sonderegger findet, einer Künstlerin wie Annedore Neufeld sei die Möglichkeit für Absenzen zuzugestehen. Es müssten mit ihr gewisse organisatorische Wege oder Umwege gesucht werden. War die Kirchenvorsteherschaft

zu wenig tolerant und flexibel in bezug auf Absenzen der Kantorin?

Als wir Annedore Neufeld anstellten, war uns bewusst, dass eine Person mit ihren Qualifikationen nicht nur in Evangelisch-Romanshorn-Salmsach tätig sein würde. Wir waren uns auch bewusst, dass eine gewisse Toleranz nötig sein würde. Diese kann aber nicht unendlich sein in einem System, wo mehrere Personen für dieselben Anlässe zusammenarbeiten.

Viele Mitglieder der Kantorei verstehen nicht, weshalb Annedore Neufeld nicht in Romanshorn bleiben kann. Wie gehen Sie vor, um die Wogen zu glätten?

Es werden noch einmal intensive Gespräche mit dem Vorstand der Kantorei geführt, und zwar im Beisein von Annedore Neufeld. Die detaillierte Orientierung, weshalb Annedore Neufeld nicht in Romanshorn bleibt, muss ich ihr überlassen. Aus personalrechtlichen Gründen kann die Kirchenvorsteherschaft keine weiteren Informationen dazu geben. (dwa)

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