Nachbarn treten gegeneinander an

Die beiden Gemeindeammann-Kandidaten von Uttwil, Marco Zumkehr und Stephan Good, stellten sich an einer Podiumsdiskussion der Bevölkerung vor. Mirco Spada moderierte die Runde.

Trudi Krieg
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Marco Zumkehr und Stephan Good wollen Gemeindeammann von Uttwil werden. (Bild: Trudi Krieg)

Marco Zumkehr und Stephan Good wollen Gemeindeammann von Uttwil werden. (Bild: Trudi Krieg)

UTTWIL. Zwei Dinge sind sicher: Die Nachfolge von Frau Gemeindeammann Brigitte Kaufmann-Arn wird ein Mann antreten. Und dieser Mann wohnt im Müsliquartier von Uttwil. Das zumindest, wenn einer der beiden Kandidaten für das Amt, Marco Zumkehr und Stephan Good, am 30. November gewählt wird. Am Mittwochabend haben sie sich in einer Diskussionsrunde der Bevölkerung vorgestellt. Etwa 140 Stimmberechtigte folgten dem Aufruf, ihren Gemeindeammann in spe kennenzulernen. Es hat sich gezeigt: Beide bringen einen grossen Rucksack mit und beide stecken voller Tatendrang.

Amt und Beruf kombinieren

Der 46jährige Stephan Good absolvierte zuerst eine Ausbildung als Maschinenmechaniker und liess sich danach zum Lokführer ausbilden. Später machte er berufsbegleitend ein Studium. Heute arbeitet er bei der Berufs- und Laufbahnberatung der IV-Stelle in St. Gallen. Good wohnt seit 25 Jahren in Uttwil. Von Anfang an hat er sich in Uttwil bei der Feuerwehr engagiert. Seit 2008 ist er Kommandant. Der Familienvater ist parteilos, seine Politik sei sachbezogen und bürgernah. «Sich als Gemeindeammann am Wohnort um das Allgemeinwohl zu kümmern, wäre die nächste Herausforderung für mich.» Er könnte seine berufliche Tätigkeit gut mit der 50-Prozent-Stelle des Gemeindeammanns kombinieren, da er flexibel sei in der Annahme von Beratungen.

Auch der 55jährige Marco Zumkehr könnte die Aufgaben als Gemeindeammann ohne Probleme mit seinem Beruf als Bautechniker kombinieren. Er würde aus der Geschäftsleitung der Ribi und Blum AG austreten, das Arbeitspensum reduzieren und das Schwergewicht auf Verkehrsberatungen legen. Damit wäre er zeitlich flexibel. Zumkehr wohnt mit seiner Familie seit 25 Jahren in Uttwil und hat sich immer im Dorf engagiert, sei es im Quartierverein, bei der Feuerwehr, im gemischten Chor Dozwil und Umgebung oder bei Dorfanlässen. Zudem hatte er im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Dozwil Einsitz.

Zumkehr wurde 2011 als Parteiloser in den Gemeinderat gewählt. «Doch wenn man im Amt ist, muss man sich politisch ausrichten», sagte er. Inzwischen ist er der FDP beigetreten. Denn er sei liberal und gewerbenah. Ihm sei es zudem wichtig, einen Draht zum grossen Rat zu haben.

Es fehlt Wohnraum für Familien

Beide Kandidaten sehen in Uttwil noch Verbesserungspotenzial. Stephan Good übt beispielsweise Kritik an der Gastronomie: «Wenn wir nach der Feuerwehr einkehren wollen, hat kaum mehr ein Restaurant geöffnet.» Auch sollte man seiner Meinung nacht etwas für die Familien tun, zum Beispiel die Feuerstelle beim Inseli Richtung Kesswil aufpeppen. Zumkehr merkte an, dass von der Seeuferplanung des Kantons auch das Inseli profitieren könnte.

Als Schwäche des Dorfes nennt er, dass für den Mittelstand und für Familien kaum bezahlbarer Wohnraum vorhanden sei. Chancen sehe er im Zusammenhang mit der neuen Ortsplanungsrevision. Mit der Ortsplanung kenne er sich nicht so aus, bekannte Good. «Da hat Marco Zumkehr einen Vorsprung aus seiner bisherigen Zeit als Gemeinderat», sagt er. «Ich bringe mein Engagement mit, aber zur Einarbeitung müsst ihr mir etwas Zeit lassen.»

Seine Stärke sei der Umgang und die Kommunikation mit Menschen. Beruflich habe er mit Menschen in Schwierigkeiten zu tun, verhandle aber auch mit Behörden, Rechtsanwälten und Ärzten.

Beiden Kandidaten zählen auf die gute Zusammenarbeit und Erfahrung der Gemeinderäte sowie auf das Wissen des Gemeindeschreibers Rudolf Eichmann der schon seit vierzig Jahren im Amt ist.