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Nach fünf Monaten droht das Aus

Stefan Egger geht mit der Münsterlinger Bevölkerung hart ins Gericht. Sein Mitte Mai eröffnetes Geschäft Landbueb in Landschlacht findet nicht den erwarteten Zuspruch und steht bereits wieder vor der Schliessung.
Kurt Peter
Stefan Egger überprüft in seinem Dorfladen Landbueb das Sortiment an Weinflaschen. (Bild: Reto Martin)

Stefan Egger überprüft in seinem Dorfladen Landbueb das Sortiment an Weinflaschen. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. So hat sich Stefan Egger die Zukunft seines Geschäftes sicher nicht vorgestellt. Mitte Mai ging er mit dem «Landbueb» in Landschlacht an den Start und spricht von einer positiven Anfangsphase. Konzept und Analyse schienen mit den Tatsachen übereinzustimmen. Die Münsterlinger Bevölkerung wollte scheinbar die Dinge des täglichen Bedarfs im Dorf besorgen. Zudem wollten die Leute nach der Schliessung der Poststelle deren Dienstleistungen in der Postagentur, die im «Landbueb» integriert ist, weiterhin in Anspruch nehmen. Die Frequenz im Frühling und Sommer bezeichnet Egger als «gut und stetig steigend». Auch die kleine Beiz lief zufriedenstellend.

Doch im August kam der Einbruch und die Zahlen des Septembers zeigen deutlich auf, dass Umsatz und Gewinn bei weitem nicht ausreichen, um den «Landbueb» am Leben zu halten. Auf 50 bis 60 Personen schätzt Egger seine Stammkundschaft, den jeweils ausgegebenen Betrag auf zehn bis 15 Franken pro Einkauf.

Es hat sich nichts bewegt

«Ich bin nicht dafür bekannt, die Flinte schnell ins Korn zu werfen», meint Egger. Aber nachdem er und sein Team das Sortiment angepasst, die Kundenwünsche erfüllt und die persönlichen Kontakte für intensive Werbung genutzt haben, bilanziert er nüchtern: «Es hat sich nichts bewegt.» Bei den treuen Kunden bedankt er sich. Kein Verständnis hat er hingegen für diejenigen, welche Post und Einkaufsmöglichkeit unbedingt im Dorf haben wollten und sich «jetzt nicht um das Angebot scheren».

Jetzt geht es Egger nur noch darum, «mit einem blauen Auge aus meinem Engagement für das Dorf herauszukommen».

Schnell aus Vertrag raus

Deshalb hofft er auf das Entgegenkommen des Vermieters. Egger will möglichst rasch aus dem Vertrag aussteigen. Er spricht von Tagen des Ausverkaufs. Die Chance, das Geschäft weiterzuführen, bezeichnet er als fast null. «Es müsste ein Wunder geschehen.» Mit einem Seitenhieb auf die Politik macht er klar, dass eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten ihm nichts bringe. In der Region bereite der starke Franken die grössten Sorgen. Und wenn der Bevölkerung der billigste Einkauf wichtiger sei als die Treue zum Dorfladen, sei jeder Geschäftsmann chancenlos. Er fühle sich «verarscht» von allen, die Unterschriften für Post und Dorfladen gesammelt hätten und die Möglichkeit nun nicht nutzten.

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