Na dann – Happy Birthday!

Manchmal geht der nach Süden geplante Weg nach Norden. Manchmal kriegt man alte Dinge, die man verschenkt hat, in besserem Zustand wieder zurück. Und manchmal trifft man Leute, welche man als einmalige Begegnung abgehakt hat, unter unwirklichen Umständen wieder.

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Manchmal geht der nach Süden geplante Weg nach Norden. Manchmal kriegt man alte Dinge, die man verschenkt hat, in besserem Zustand wieder zurück. Und manchmal trifft man Leute, welche man als einmalige Begegnung abgehakt hat, unter unwirklichen Umständen wieder. Und mir scheint, dass solche Dinge sich bei mir häufen, je mehr ich aufhöre, irgendwo bestimmtes hin zu wollen und mich statt dessen von der Reise irgendwo hin führen lasse.

Ich habe am 26. März 33 Mal die Sonne umrundet. Verglichen damit ist diese Weltreise distanzmässig ein Klacks. Wo ich letzte Woche eine tolle Akustikgitarre geschenkt bekommen habe, verbrachte ich diese Woche mit der mir ans Herz gewachsenen kanadischen Familie. Sie hat mir zu meinem Geburtstag einen ihrer überzähligen iPods geschenkt. Dieser ist neuer als derjenige, den ich vor meiner Abreise verschenkt habe.

An einem schicksalshaften Nachmittag, als wir auszogen, einen Geocache zu suchen, hat sich jemand von hinten genähert, meinen Namen gerufen und anständig französisch geflucht. Jean, mein lieber Eintagesfreund aus La Graciosa. Ich wollte ihn zwar hier treffen, habe das aus verschiedenen Gründen aber als Akt der Unmöglichkeit abgetan. Nach einem kurzen Chat haben wir uns dann auf ein Glas getroffen und geredet. Sophie, das dritte Mitglied seines Bootes Guapita, wurde von Bord verwiesen, weil sich eine komplizierte Dreiecksgeschichte entwickelt hatte. Langer Rede kurzer Sinn. «Ich suche jemanden als dritten Mann an Bord.» «OK, ich überlege mir das. Du musst einfach wissen, dass ich immer noch ohne Geld unterwegs bin und keine Beiträge in eine Bordkasse leisten kann.» «Ich respektiere deine Art zu reisen und würde mich freuen, dich an Bord zu haben.»

Mein Geburtstag wurde dann in einem Trockendock mit Antifouling und Algenkulturen verbracht. Meine Strategie, die Reise mich bestimmen zu lassen, hat mich zu einem Halbprofi in Sachen Bootsunterhalt gemacht und ich habe die Karibiksonne hoch über mir. Mal sehen, wo mich die Reise, nun mit zwei Dreiern auf dem Rücken, weiter hinführt. Pascal Beer

Von seinem Elternhaus in Zihlschlacht aus begab sich Pascal Beer Ende Juli 2010 ohne Geld auf Weltreise. Jeden Dienstag meldet er sich in der Thurgauer Zeitung zu Wort.

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