Mystische Unterwasserwelt

Märstetten. Lohnt sich ein Tauchgang im Wisterenweiher? Der Tauchclub Winterthur findet ja – und veranstaltet dort das jährliche Eröffnungstauchen.

Jessica Francis
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Der Himmel ist verhangen am Samstagnachmittag. Trotz der unsicheren Wetterlage ist der Tauchclub Winterthur im kleinen Festzelt am Wisterenweiher versammelt.

Die Stimmung ist gut. Da und dort stapft ein Taucher zum Weiher hinunter – unter dem wachen Blick des Kontrolleurs. Der weiss, wie viele Club-Mitglieder unter Wasser sind. Für den Zuschauer ist dies nur an den Luftblasen an der Oberfläche erkennbar.

Fraglos lohnend

Ob sich ein Tauchgang im Märstetter Wisterenweiher lohnt, fragt sich, wer den Weiher mit seiner trüben Oberfläche betrachtet. Für die beiden Taucher am Steg ist das keine Frage. Im Tauchanzug, die Gasflasche am Rücken und Flossen in der Hand, klettern sie die Böschung zum Wasser hinab. Knietief im Wasser stehend binden sie die Flossen fest und tauchen ab. Sekunden später sind sie verschwunden.

Totes Holz und kleine Fische

«Unter Wasser gibt es viel totes Holz. Deshalb hat der Märstetterweiher etwas Mystisches», sagt der Tauchclub-Präsident Kurt Lehmann. Ab sieben Meter sei es stockfinster und der Grund mit Schlick bedeckt. Weniger tief sehe man Fische, Süsswassermuscheln und Krebse. Lehmann hat seinen Tauchgang bereits hinter sich. «Ich habe einen Eglischwarm gesehen.» Früher habe der Tauchclub Winterthur am Weiher in Märstetten Ausbildungen durchgeführt. Seit 22 Jahren kommen die Mitglieder zum Eröffnungstauchen in den Thurgau.

Nie langweilig

Der erste Tauchgang der Saison in diesem Weiher zu machen, sei ideal, da man sich so ans Wasser gewöhnen und neues Material testen könne, sagt Lehmann. Langweilig sei es nie, obwohl das Eröffnungstauchen jedes Jahr im gleichen Weiher stattfinde. Und der Präsident ist überzeugt: «Jeder, der aus dem Wasser kommt, hat etwas anderes gesehen.»

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