Mut wurde belohnt

NEUKIRCH A. D. THUR. Rund 100 Besucher kamen am Freitagabend zur Vernissage einer Kunsthandwerk-Ausstellung. 24 Künstler aus der Region präsentierten ihre Arbeiten, einige zum allererstenmal.

Brenda Zuckschwerdt
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Mit Freude dabei: Marion van de Wardt-Maurer aus Hosenruck. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Mit Freude dabei: Marion van de Wardt-Maurer aus Hosenruck. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Für manche fängt das Leben mit 66 so richtig an. Für andere mit 72. So wie bei Susi Herrmann aus Rossrüti. Ihr Leben lang ist sie schon künstlerisch tätig, verschenkt ihre Werke oft im Freundeskreis. Doch das deprimiert sie manchmal. «Nicht alle schätzen ein solches Präsent, mitunter verschwindet es auch in einem Schrank», erzählte sie. Einen Bewunderer fand sie schon am ersten Abend: Hausherr Joe Jöhl erstand gleich nach der Eröffnung ein von ihr genähtes Kissen. Jöhl: «Ich freue mich, den Künstlern eine Plattform bieten zu können.»

Auch Claudia Bertschi aus Schönholzerswilen hat ihre Filzkreationen bisher mehr verschenkt als verkauft. Ihre Leidenschaft fürs Filzen begann 2003 im Kurszentrum Ballenberg. Jedes Jahr bildet sie sich auf einem anderen Gebiet weiter, entwickelt laufend neue Ideen. Ihr Filzschmuck ist ein echter Hingucker, und ihre Hüte sind das perfekte Accessoire für modebewusste Frauen. «Neuerdings kombiniere ich auch mit Seide», sagte sie und zeigte einen ihrer Lieblingsschals.

Ihre Werke zu verkaufen, das war für die meisten Künstler offensichtlich Nebensache. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Reaktionen von Aussenstehenden zu erhalten – das war ihnen mindestens genauso wichtig. «Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Künstlern», verriet Marion van de Wardt-Maurer aus Hosenruck. Ihre ausdrucksstarken Gemälde könnten genauso gut in einer Galerie hängen.

Die Initiatorinnen der Ausstellung, Denise Halter und Regula Bartholdi, wollten regionale Künstler ermutigen, ihre Werke einmal öffentlich zu zeigen. Jene, die sich getraut hatten, wurden für ihren Mut belohnt. Jeweils rund 300 Besucher kamen am Samstag und Sonntag ins Haus Neukirch und zeigten sich beeindruckt.

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