Mut, einen Anfang zu machen

Die Technischen Betriebe Kreuzlingen haben vom Gemeinderat grünes Licht erhalten, sich mit 5,2 Millionen Franken an der Swisspower Renewables zu beteiligen. Diese verfolgt Projekte erneuerbarer Energien. Das letzte Wort hat das Volk.

Nicole D'orazio
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KREUZLINGEN. «Bitte haben Sie den Mut, mit dieser Beteiligung einen Anfang zu machen», appellierte Stadtrat David Blatter den Gemeinderat eindringlich. Denn nach vielen negativen Wortmeldungen schien es, dass der Kredit in der Höhe von 5,2 Millionen Franken für die Beteiligung der Technischen Betriebe Kreuzlingen (TBK) an der Swisspower Renewables unter einem schlechten Stern steht. Die von verschiedenen Stadtwerken neugegründete Gesellschaft hat zum Ziel, verschiedene Produktionsanlagen im Bereich Wasser- und Windkraft im In- und Ausland aufzubauen.

Die SP und die Fraktion Freie Liste/Rägeboge waren für die Beteiligung. Bei der CVP waren sich die Mitglieder unschlüssig, die Fraktion FDP/EVP war ebenfalls gespalten und bei der SVP schienen fast alle dagegen zu sein. Bei der CVP sei man nicht gegen grünen Strom, betonte Ernst Thoma. «Doch der Stadtrat kann für die 5,2 Millionen Franken keine Garantie geben. Und die TBK haben diese nicht auf der hohen Kante.»

Besser etwas abwarten

Peter König (SVP) zeigte sich damit unzufrieden, dass die Swisspower Renewables mit Wind- und Wasserkraft nicht auf neue Energien, sondern auf bekannte setzt. «Und falls ein Projekt nicht funktioniert und es einen Verlust gibt, zahlt wieder der kleine Stromzahler.» Man solle doch lieber abwarten, bis der Bund und der Kanton verschiedene Analysen und Strategien zum Ausstieg aus der Atomkraft bekanntgäben. Auch Fabian Neuweiler (SVP) fand, dass Geduld in dieser Sache für einmal eine Tugend sei und man besser zwei bis drei Jahre abwarten solle.

Christian Brändli von der FDP hatte viele Zweifel und Fragen zur Beteiligung. Wenn man im Ausland investiere, sei man von der dortigen Einspeisevergütung abhängig. Die TBK hätten kaum ein Mitspracherecht. «Zudem ist das Risiko viel zu hoch und die Businesspläne sind zu optimistisch.» Sein Parteikollege Beat Rüedi zeigte sich ebenfalls darüber besorgt, ob die Beteiligung an der Swisspower Renewables für die TBK der richtige Schritt seien.

Nichts tun wäre höheres Risiko

Daniel Moos von der Freien Liste war hingegen überzeugt, dass es ein viel grösseres Risiko wäre, nichts zu tun. «Klar könnte man das Geld auch lokal investieren. Aber man soll es lieber dort verwenden, wo es am effizientesten ist», sagte er.

Die Abstimmung fiel am Schluss klar aus: 22 Gemeinderäte waren für die Beteiligung, 15 dagegen. Entschieden ist aber noch nichts. Denn bei Krediten über 5 Millionen Franken hat das Kreuzlinger Stimmvolk das letzte Wort. Die Abstimmung ist auf den 17. Juni 2012 angesetzt.