Musikpräsident macht Wahlkampf

In gut zwei Wochen soll in Wuppenau der vakante Gemeinderatssitz besetzt werden. Es kommt zu einer Kampfwahl am 18. Oktober. Neben dem offiziellen Kandidaten Peter Schweizer macht nun auch Patrick Clesle seine Ambitionen auf das Amt geltend.

Simon Dudle
Drucken
Teilen
Peter Schweizer Gelisteter Kandidat Gemeinderat Wuppenau (Bild: pd)

Peter Schweizer Gelisteter Kandidat Gemeinderat Wuppenau (Bild: pd)

WUPPENAU. Die Wahlunterlagen sind längst verschickt, erste davon bereits wieder ausgefüllt zurück auf der Gemeinde. Neben den National- und Ständeräten wird in Wuppenau am 18. Oktober auch auf kommunaler Ebene gewählt. Zu besetzen ist jener Gemeinderatssitz, der seit dem 7. Juli vakant ist. Bruno Krucker aus dem Weiler Greutensberg ist aus der Gemeinde weggezogen, als die neue Legislatur eben erst begonnen hatte. Seither teilen sich die verbleibenden vier Gemeinderäte Kruckers Aufgaben.

Lange deutete viel darauf hin, dass die Wahl am 18. Oktober unspektakulär verlaufen wird. Mit dem Welfensberger Peter Schweizer hatte sich während der Meldefrist bis Ende August ein Kandidat gemeldet. Der verheiratete Landwirt und Umweltingenieur wird drei Tage vor dem Wahlsonntag 45jährig, ist Vater dreier Kinder und gehört keiner Partei an, sieht sich aber politisch Mitte-Links. Er ist Präsident der Kirchgemeinde Welfensberg und Gruppenführer der Feuerwehr am Nollen. Zu seiner Motivation für die Kandidatur sagt er: «Das Milizsystem, so wie es in der Schweiz noch funktioniert, basiert auf der Beteiligung der Bevölkerung. Mein Engagement dazu sehe ich in der Mitarbeit in der Gemeindebehörde.» Er findet es wichtig, dass die Behörden der Bevölkerung alle möglichen Wege aufzeigen, auch Bewährtes von Zeit zu Zeit hinterfragen. Gar nicht anfreunden kann er sich mit übertriebenen Sparmassnahmen, und er ist auch bereit, die Steuern entsprechend anzupassen, um genug Geld für wichtige Ausgaben bereitzuhalten.

Kurzfristige zweite Kandidatur

Schweizers Name steht nun auf den Wahlzetteln, nun bringt sich aber doch noch ein zweiter Kandidat ins Spiel, Patrick Clesle aus Hosenruck. Schon mehrfach ist der langjährige Präsident der Musikgesellschaft Wuppenau in der Vergangenheit angefragt worden, ob er sich in der Gemeindebehörde einbringen wolle. Stets hat er abgelehnt. Nun aber ist er zur Einsicht gelangt, die Zeit sei reif dafür.

Die Kandidatur kommt somit nicht überraschend, der Zeitpunkt aber schon. Die Vermutung liegt nahe, dass Clesle mit seiner Kandidatur die Wahl Schweizers verhindern möchte. Dies verneint der Hosenrucker jedoch. «Das hat nichts mit der Person Schweizer zu tun. Wir kennen uns ganz gut», sagt Clesle. Vielmehr möchte er den Vereinen eine Stimme geben. Zum Beispiel beim Thema Vereinslokal. Zwar gibt es ein kleines in der Schule Wuppenau, das nun aber auch für den Mittagstisch gebraucht wird. «Da sehe ich einen Konflikt. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die Vereine seitens der Schulgemeinde ins Hintertreffen geraten und möchte deshalb auf politischer Ebene eine Lösung finden.» Zudem ist ihm wichtig, die Finanzen im Lot zu haben, ohne die Gemeinde totzusparen.

Der 39jährige Clesle ist gelernter Landmaschinenmechaniker und in diesem Bereich auch als Kursleiter tätig. Er gehört keiner Partei an, ordnet sich aber der rechten Couleur zu. In der Werkkommission der Gemeinde arbeitet der Ur-Hosenrucker mit.

Chancen im zweiten Wahlgang

Das späte Bekanntmachen der Kandidatur ist für ihn nicht förderlich im ersten Wahlgang, da er auf der Wahlliste nicht genannt wird. Er erhofft sich bessere Chancen, sollte es zu einem zweiten Wahlgang kommen. Kontrahent Peter Schweizer ist erstaunt über die späte Kandidatur des Hosenruckers: «Die Kandidatur von Patrick Clesle wurde im Vorfeld gehandelt, aber bei meinem Entscheid zur Kandidatur war sie bereits vom Tisch.»

Patrick Clesle Nachträglicher Kandidat Gemeinderat Wuppenau (Bild: pd)

Patrick Clesle Nachträglicher Kandidat Gemeinderat Wuppenau (Bild: pd)

Aktuelle Nachrichten