Musikkameraden bei «SF bi de Lüt»

Fredy Gonzenbach aus Steinach und Aldo Fiorucci aus Arbon sind pensioniert und beide leidenschaftliche Trompeter. Sie sind derzeit im Schweizer Fernsehen zu sehen. Sie machten in der Sendung «SF bi de Lüt – Die Alten kommen» mit.

Michèle Vaterlaus
Merken
Drucken
Teilen
Musikalisches Duett: Aldo Fiorucci und Fredy Gonzenbach üben auf ihren Trompeten. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Musikalisches Duett: Aldo Fiorucci und Fredy Gonzenbach üben auf ihren Trompeten. (Bild: Michèle Vaterlaus)

arbon. Kennengelernt haben sich der 68jährige Aldo Fiorucci und der 75jährige Fredy Gonzenbach vor über vier Jahrzehnten. «Wir haben etwa fünf Jahre im gleichen Musikverein Trompete gespielt», sagt Fiorucci.

Einige Jahre später sind sich die leidenschaftlichen Trompeter zufällig in der Stadtmusik Arbon wieder begegnet. Ein weiteres musikalisches Zusammentreffen fand vor rund einem Monat statt: In Herisau bei den Aufnahmen zur Sendung «SF bi de Lüt – Die Alten kommen».

Flower Power

Im Projekt «Die Alten kommen» veranstaltet ein sechsköpfiges Organisationskomitee als «Oldie Power Herisau» eine Revue. Unter dem Motto «Back to the Sixties» sollen Erinnerungen an die Beatles, Elvis Presley, Schlaghosen und Flower Power wachgerufen werden. Alle Organisatoren und Teilnehmer sind Rentner. Bei dem Projekt werden sie durch Fachleute aus dem Schweizer Showbusiness wie Roman Camenzind unterstützt. Der Weg bis zur Aufführung wird in einer achtteiligen Doku im Schweizer Fernsehen gezeigt. Das grosse Finale steigt am 26. März im Casino in Herisau.

Neues ausprobieren

Wie kamen die beiden Musik-kameraden Fiorucci und Gonzenbach zum SF-Projekt? «Ein Freund hat mich gefragt, ob ich dabei mitmachen will», sagt Aldo Fiorucci. Auch Fredy Gonzenbach hat über Umwege vom Projekt erfahren: «In der Veteranenmusik St. Gallen hat mich ein Musikant angefragt.»

Gonzenbach und Fiorucci macht die Teilnahme Spass, sie wollten «mal etwas auszuprobieren», sagt Fiorucci.

Neben der Musik haben die beiden Rentner auch andere Hobbies. Aldo Fiorucci liebt das Töfffahren, seinen Garten und seine Schildkröten. Fredy Gonzenbach kocht sehr gerne.

Im Moment steht die Musik im Vordergrund. «Für die Revue spielen noch zwei weitere Trompeter mit uns im Register», sagt Fiorucci. Zuerst wollten das Quartett «America» von der West Side Story spielen. «Das ist aber ein schwieriger Brocken», sagt Gonzenbach.

Nun haben sie sich für den Herb Alpert-Hit «Tijuana Taxi» entschieden. Viele Proben haben die beiden Trompeter bis zum Auftritt im Casino in Herisau nicht mehr.

Mit der Trompete aufgewachsen

Selbst bei Proben seien Kameras dabei. «Das stört überhaupt nicht, wenn gefilmt wird, eigentlich nimmt man es gar nicht wahr», sagt Fiorucci. «Aber die Mikros nehmen wirklich alles auf, die sind sehr sensibel», sagt Gonzenbach.

Gonzenbach ist mit der Trompete gross geworden. «Wenn mir jemand die Musik wegnehmen würde, wäre ich schon ein <söderiger> Mensch», sagt er. Er hat insgesamt über 30 Jahre Tanzmusik gemacht. Gross geworden ist er noch in der Knabenmusik Arbon, die in den 40er-Jahren gegründet wurde. «Ich war bei der Gründung dabei», sagt er. Zurzeit spielt Gonzenbach bei der Blaskapelle Seehofer. «Wir machen tschechische Volksmusik», sagt der Steinacher.

Fiorucci spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Trompete. Gelernt hat er noch in seinem italienischen Heimatort Umbrien. «Seit ich pensioniert bin, habe ich wieder Zeit und spiele jeden Tag», sagt er.