Musikalische Schwingduelle

«Manne, a d' Arbet!» Das heisst es nicht nur am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac, sondern auch in der geplanten Schwingarena in Weinfelden. Die Veranstalter wollen den Sägemehlring kulturell nutzen.

Esther Simon
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Der 18jährige Samuel Giger aus Ottoberg nach seinem Sieg am 106. Zürcher Kantonalschwinget vom 8. Mai. Vielleicht sieht man ihn wieder bei der TV-Übertragung des Schlussganges aus Estavayer-le-Lac. (Bild: Nick Soland/Keystone)

Der 18jährige Samuel Giger aus Ottoberg nach seinem Sieg am 106. Zürcher Kantonalschwinget vom 8. Mai. Vielleicht sieht man ihn wieder bei der TV-Übertragung des Schlussganges aus Estavayer-le-Lac. (Bild: Nick Soland/Keystone)

WEINFELDEN. Innovation und Tradition, Sport und Musik, das passt sehr gut zusammen. Davon ist der Weinfelder Musiker Christoph «Sirgel» Hartmann überzeugt. Als ihn die Weinfelder Firma Nütfürunguet GmbH anfragte, ob er eine Idee entwickeln könnte, wie die im Westen des Dorfes geplante Schwingarena auch kulturell genutzt werden könnte, sagte er jedenfalls begeistert zu. Herausgekommen ist ein Projekt, das sich «Schwingduell» nennt.

Nähe und Distanz

Bei seiner Programmwahl liess sich Hartmann vom Schwingsport inspirieren, der am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest vom 26. bis 28. August in Estavayer-le-Lac im Kanton Freiburg wieder einen Höhepunkt erlebt. «Die Momente in einem echten Schwingduell sind Nähe und Distanz, Aktivität und Unterbruch», sagt Hartmann, «diese Momente lassen sich gut musikalisch darstellen.»

Ins Boot geholt hat Christoph Hartmann deshalb Carlo Lorenzi. Die beiden Musiker wollen vom 22. bis 26. August, jeweils von 7.15 bis 7.45 Uhr morgens, in den Sägemehlring steigen und sich ein musikalisches Schwingduell liefern.

Die Nütfürunguet GmbH will den geplanten Sägemehlring bereits am 11. August in Betrieb nehmen und auch mit eigenen Veranstaltungen füllen. Rund um den Sägemehlring sollen vier Festzelte plaziert werden (siehe Kasten). Einer der Höhepunkte in der Arena soll die Live-Übertragung des «Eidgenössischen» aus Estavayer-le-Lac sein.

Nicht der Sieg im Vordergrund

Im Fokus der musikalischen Schwingduelle stehe nicht das Besiegen des «Gegners», sagt Hartmann, sondern die klanglich-künstlerische Umsetzung eines friedlichen Kräftemessens mit dem Gegenüber, wie es der sportliche Grundgedanke verlange. Jedes vertonte Schwingduell soll ein Unikat sein – genau wie im Sport.

Für ihre Darbietungen wollen die beiden Musiker die Form der Improvisation wählen. Hartmann: «Beim Schwingen lässt sich auch nichts planen. Diese Tatsache garantiert einen ständigen, intensiven Dialog und Kontakt auch zwischen den beiden Musikern.»

Trotz aller Improvisation wollen sich Carlo Lorenzi und Christoph Hartmann an zwei Grundsätze halten. So wird sich Lorenzi klanglich stark an Elementen der Schweizer Volksmusik wie Kuhglocken, Schellen und Juchzerb orientieren, Christoph Hartmann hingegen konzentriert sich auf inhaltliche Elemente der Schweizer Volksmusik, er ist dafür aber klanglich freier. Zu hören sein werden beispielsweise Sequenzen aus Volksmusikstücken aus dem Kanton Freiburg.

Offen für neue Eindrücke

Christoph Hartmann will mit den frühmorgendlichen Darbietungen im Sägemehlring sowohl sport- als auch musikinteressierte Menschen jeden Alters ansprechen. Offen für neue Eindrücke sollten sie sein. «Weil wir die Schwingduelle jeweils so früh am Morgen veranstalten, kann man sich auch einmal anders auf einen Tag einschwingen», sagt der Weinfelder Musiker. «Wir sehen die geplante Veranstaltungsreihe in Weinfelden jedenfalls auch als Einschwingen auf das Anschwingen in Estavayer-le-Lac.»