Musikalische Reise in den Orient

Das Sinfonische Orchester Arbon verzauberte den Hof des Schlosses Arbon in eine orientalische Klanglandschaft. Die Darbietung stand unter dem Motto «1001 Nacht».

Thomas Järmann
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In stimmungsvolles Licht getaucht: Der Schlosshof während der Aufführung des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

In stimmungsvolles Licht getaucht: Der Schlosshof während der Aufführung des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Unter der Leitung seines Dirigenten Leo Gschwend spielte das Sinfonische Orchester Arbon ein Programm, dessen Titel «1001 Nacht» märchenhaft war. Es überzeugte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ungewöhnlichen Klängen und Rhythmen.

Zum grossen Teil Laien

Eröffnet wurde das stimmungsvolle Konzert, das bei prächtigem Sommerwetter stattfand, mit der Ouverture zur Oper «Die Entführung aus dem Serail» von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Komponist spielt in dieser Musik mit den Klangeffekten der Janitscharen (Becken, Triangel).

Das Orchester, das zum grossen Teil aus Laien besteht, ging das vom Dirigenten angeschlagene zügige Tempo gut mit und bereitete dem Oboisten im langsamen Mittelteil den Raum für ein schön gestaltetes Solo. Dirigent Leo Gschwend schaffte es trotz der schwierigen Open-Air-Akustik, den Klang des Orchesters gut auszubalancieren und speziell in den Holzbläsern einen homogenen Klang zu mischen.

Vorbeiziehende Karawane

Weiter gen Osten entführte das Werk «Eine Steppenskizze aus Mittelasien», eine Tondichtung des russischen Komponisten Alexander Borodin, die das Vorbeiziehen einer Karawane beschreibt. Hohe Streicherklänge bildeten den weiten Klangraum, in dem sich die langgezogenen Bläsermelodien entwickeln konnten. Leo Gschwend dirigierte mit einfachen und klaren Bewegungen, welchen die Musikerinnen und Musiker gut folgten.

Zeitgenössisches integriert

Dass das Orchester keine Berührungsängste mit zeitgenössischer Musik hat, bewies es mit dem Violinkonzert «1001 Nacht im Harem» des 1970 geborenen türkischen Komponisten und Pianisten Fazil Say. Das Ensemble präsentierte das Werk zusammen mit dem jungen Geiger Daniel Meller. Über einem ostinaten Rhythmus der Bongos entfaltete der Solist im ersten Satz ein intensives Solospiel, das wie eine Improvisation wirkte.

Die Behandlung des Orchesters, das streckenweise wie ein Perkussionsinstrument verwendet wurde, verlangte von den Musikerinnen und Musikern auch fremde Spieltechniken wie das Collegno-Spiel oder den Einsatz von Flageoletttönen.

Gut harmoniert

Daniel Meller verfügt über eine solide Technik, mit welcher er die Schwierigkeiten seines Parts wie selbstverständlich meisterte. Aber auch über einen guten Ton, was er im langsamen Satz bewies.

Aus den tiefsten Tönen der G-Saite schraubte sich die elegische Geigenmelodie langsam in die höchsten Lagen. Grossen Applaus vom Publikum ernteten sowohl Daniel Meller für seine hervorragende Leistung als auch das Orchester und sein Dirigent, die im Zusammenspiel mit dem Solisten ausserordentlich gut harmonierten.

Sagenhafte Erzählerin

Abgeschlossen wurde das stimmige Programm durch Nikolai Rimski-Korsakows sinfonische Suite «Scheherazade».

Das Thema der sagenhaften Geschichtenerzählerin, welches als verbindendes Element die einzelnen Sätze verknüpft, wurde von Konzertmeisterin Rahel Zellweger mit viel Leidenschaft gespielt. Mit tosendem Applaus und verdienten Bravorufen bedankten sich die Besucherinnen und Besucher beim Orchester und seinem Dirigenten Leo Gschwend für die gebotene Leistung.

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